NORDHORN - Fahnder der Polizei haben die mehrwöchige
Flucht eines wegen Veruntreuung von Firmengeld per Haftbefehl
gesuchten Prokuristen aus Nordhorn (Grafschaft Bentheim) beendet. Der
47 Jahre alte Chefbuchhalter eines mittelständischen
Industriebetriebs soll knapp 470.000 Euro aus der Firmenkasse für
private Zwecke abgezweigt haben, sagte ein Sprecher der
Staatsanwaltschaft Osnabrück am Dienstag. Die Ermittler der Polizei
spürten den Anfang Januar untergetauchten Mann in einem Hotel in der
der Nähe von Düsseldorf auf.
Bei seiner Festnahme am vergangenen Freitag habe er keinen
Widerstand geleistet und in einer ersten Befragung die Vorwürfe
eingeräumt. Den Klau aus der Firmenkasse, der sich den Angaben
zufolge über einen längeren Zeitraum hinzog, begründete er mit
Geldproblemen - laut Staatsanwaltschaft als Folge von
Börsengeschäften. Die Ermittlungsbehörden prüfen nun, ob der Mann
noch weit höhere Geldbeträge veruntreut hat. Ein Verdacht von
insgesamt rund 1,5 Millionen Euro steht im Raum, sagte der
Osnabrücker Staatsanwalt.
Der allein stehende 47-Jährige sei seit 1989 Prokurist in der
Firma und für Buchhaltung sowie Löhne zuständig gewesen. Anfang
Januar flüchtete er aus Nordhorn, als in der Firma Hinweise auf
finanzielle Unregelmäßigkeiten aufgetaucht waren, und der Buchhalter
zur Rede gestellt werden sollte. In dem Hotelzimmer fanden die
Beamten eine fünfstellige Bargeldsumme und wertvolle Uhren. Der Mann
sitzt nun im emsländischen Lingen in Untersuchungshaft.
