NORDHORN - Zehn Jahre nach einer gescheiterten Klage gegen den Bombenabwurfplatz „Nordhorn-Range“ greifen die Kommunen erneut zu juristischen Waffen. Die Städte, Gemeinden und Kreise der Region hätten sich einstimmig für eine Klage gegen die Bundesrepublik Deutschland vor dem Verwaltungsgericht Osnabrück ausgesprochen, sagte der Bentheimer Landrat, Friedrich Kethorn (CDU), am Mittwoch in Nordhorn. Die Klageschrift soll innerhalb der nächsten 14 Tagen formuliert sein.

„Wir sehen jetzt die ganz große Chance, einen Prozess zu gewinnen“, sagte Meinhard Hüsemann (SPD), Bürgermeister der Stadt Nordhorn.

Die Hoffnung gründet sich auf ein neues Gutachten des Tübinger Rechtsprofessors Michael Ronellenfitsch. Seiner Auffassung nach war die Übertragung des Übungsplatzes von der britischen Luftwaffe auf die Bundeswehr im Jahr 2001 juristisch fehlerhaft.

Die Klage im Jahr 1998 sei auch wegen des damals noch geltenden NATO-Truppenstatuts gescheitert. Die Rechtslage sei heute anders. Ronellenfitsch schlägt vor, auf eine Schließung des Übungsplatzes und gegen die Umwidmung zu klagen. Außerdem sollen die Kommunen auch an dem Verfahren gegen das im brandenburgischen Wittstock geplante „Bombodrom“ durch eine Beiladung beteiligt werden.