Oldenburg/Osnabrück - Weil Lokführer fehlen, kann die Nordwest-Bahn im April nicht alle ihre Strecken bedienen. Betroffen ist vom 11. bis 28. April die Linie RS 3 zwischen Oldenburg und Wilhelmshaven. Hier wird ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet, teilte ein Sprecher der Nordwest-Bahn (NWB) am Donnerstag in Osnabrück mit. Auf der Strecke zwischen Rotenburg/Wümme und Verden/Aller werden vom 3. bis 30. April ebenfalls Busse fahren.

Ein Grund für den Personalausfall: Etwa die Hälfte der angehenden Lokführer habe im Vorjahr die Prüfung nicht bestanden. Nun stünden deutlich weniger neue Triebfahrzeugführer bereit als ursprünglich geplant. Ein Grund für die hohe Durchfallquote: Gerade der theoretische Teil der Prüfung mache einigen Auszubildenden zu schaffen, sagte NWB-Sprecher Benjamin Havermann. „Wird zum Beispiel eine Frage zu den Betriebsgefahren falsch beantwortet, gilt die Prüfung als nicht bestanden.“ Er ergänzte: „Die Prüfung ist und muss anspruchsvoll sein, schon alleine aus dem Sicherheitsaspekt.“

Auch erfahrene Lokführer seien auf dem Markt kaum zu akquirieren, so der Sprecher. Selbst „Leihmitarbeiter“ von Personalvermittlungsagenturen seien derzeit Mangelware. So sei der Nordwest-Bahn nicht anderes übrig geblieben, als den Fahrplan auszudünnen. „Fahrgäste der RS 3 können auf die Linie RE 18 ausweichen, die ebenfalls zwischen Wilhelmshaven und Oldenburg verkehrt und einen stündlichen Takt anbietet“, riet der NWB-Sprecher.

Von den Zugausfällen sind nicht nur Pendler betroffen: Urlauber auf dem Weg zur Küste müssen sich auf weniger Platz und auf geänderte Abfahrtszeiten einstellen. Reisende sollten sich rechtzeitig erkundigen, hieß es.

Kritik kommt von Fahrgastverband Pro Bahn: Er verstehe zwar, dass der Nordwest-Bahn Fachkräfte fehlen, sagte Malte Diehl von Pro Bahn. Er rügt aber den Einsatz von Bussen. Pendler müssten dann deutlich früher losfahren und kämen deutlich später zurück. Urlauber könnten zum Teil auf einen Regionalexpress oder den Intercity ausweichen.


Verärgert zeigte sich auch der Rotenburger Bürgermeister Torsten Oestmann: Busse könnten die umweltfreundlichen, zuverlässigen Züge auf der Strecke zwischen Rotenburg und Verden niemals ersetzen.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent