OLDENBURG/AURICH - Wegen des Vorwurfs der versuchten
Erpressung droht einem Richter des Oberlandesgerichtes Oldenburg ein
vorläufiges Berufsverbot. Das Niedersächsische Dienstgericht für
Richter werde voraussichtlich am Mittwoch darüber entscheiden,
kündigte der Sprecher des Justizministeriums, Dennis Weilmann, am
Dienstag in Hannover an. Nach Ermittlungen der
Staatsanwaltschaft Osnabrück soll der
Richter einen Metallbauer aus
Ostfriesland erpresst haben (...mehr).
Demnach stellte der Richter dem Unternehmer in Aussicht, ein
laufendes Ermittlungsverfahren gegen ihn gegen Zahlung von 5000 Euro
einzustellen. Laut Staatsanwalt Alexander Retemeyer schaltete der
Unternehmer jedoch die Polizei ein. Der Richter habe inzwischen ein
Geständnis abgelegt. Das Justizministerium gehe von einem
bedauerlichen Einzelfall aus, sagte Sprecher Weilmann.
Retemeyer zufolge wird auch gegen die Ehefrau des Richters
ermittelt, die als Staatsanwältin in Aurich tätig ist. Sie habe
offenbar das Verfahren gegen den Unternehmer einstellen sollen. Wir
wissen noch nicht, inwieweit die Ehefrau eingebunden war, sagte
Retemeyer. Sie sei aber mit einem vorläufigen Amtsverbot belegt
worden. Ein Unternehmensberater aus Rosenheim habe vermutlich als
Mittelsmann fungiert. Gegen den Metallbauer liefen
Ermittlungen, weil er sich Aufträge erschlichen und die dafür
notwendigen Schweißerqualifikationen gefälscht haben soll.
