Oldenburg/Bad Zwischenahn - Das auslösende Element war eine Zeitungsreportage. Am 6. September 2012 schilderte die NWZ-Redakteurin Traute Börjes-Meinardus unter der Überschrift „Gefangen in einer eigenen Welt“ das schwierige Leben einer alleinerziehenden Mutter aus Varel-Büppel, die einen schwerbehinderten, autistischen Sohn umsorgt – sowohl die gelingenden und schönen Aspekte, aber auch die Belastungen, die damit verbunden sind. Wie sie ihr komplettes Leben auf die Bedürfnisse des damals 15-jährigen Jungen umgestellt hat, und wie sehr ihr ein Heim fehlt, in dem ihr Sohn Julian gelegentlich vorübergehend untergebracht wäre, damit sie wieder etwas Kraft schöpfen könnte.
In Bad Zwischenahn las Michael Albani den Zeitungstext – und griff später spontan zum Telefon, um den theologischen Diakoniechef Thomas Feld anzurufen. Albani war vorher als Ruheständler ins Ammerland gezogen, nachdem er zuvor Chefarzt eines Kinderkrankenhauses in Wiesbaden gewesen war.
Dort war er wesentlich am Aufbau des Hauses „Zwerg Nase“ beteiligt – ein Haus, das speziell für behinderte Kinder gebaut worden war, die eigentlich in der Familie lebten. Angestoßen durch die NWZ-Reportage schlug Albani dem Diakoniechef Feld vor, doch ein ähnliches Projekt für das Oldenburger Land zu prüfen.
Feld konnte ihm dann berichten, dass es – beispielsweise im Oldenburger Haus Regenbogen – solche Angebote vereinzelt bereits gebe, dass der Bedarf aber beileibe nicht gedeckt sei.
Von da an wurde zielstrebig gehandelt. In einem schlagkräftigen Team, zu dem auch Ute Dorczok, die Leiterin des Hauses Regenbogen, gehörte, wurde der konkrete Plan für „Kiola“ entwickelt. „Kiola“ ist ein Kunstwort und steht für Kurzzeitwohnen im Oldenburger Land.
Inzwischen – etwa fünf Jahre nach der ersten Idee – steht eine genaue Planung für einen Neubau in Oldenburg, der im kommenden Jahr gebaut werden soll. Bauherr ist der Förderverein „Kiola“, und Betreiber des Heims wird das Diakonische Werk der evangelischen Kirche im Oldenburger Land.
