OLDENBURG/BERLIN - Rasmus Buchsteiner

und unseren Agenturen

OLDENBURG/BERLIN - „Ausschließen kann man gar nichts“, sagt Andrea Jark. Mit dem seit Mitte September erlassenen Aufstallungsgebot für Freilandgeflügel sei Niedersachsen aber auf dem richtigen Weg, um einem Überschwappen der Vogelgrippe zu begegnen, teilte die Sprecherin des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) gestern in Oldenburg mit. Ein solches Gebot besteht neben Niedersachsen auch in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein.

Nach Einschätzung des Staatssekretärs im Bundeslandwirtschaftsministerium, Alexander Müller, ist bisher unklar geblieben, wie gefährlich das in der Türkei und in Rumänien ausgebrochene Virus ist. Müller kündigte eine Bestandsaufnahme der bisherigen Vorkehrungen an: „Wir werden klären, ob die Bundesländer genügend Veterinäre zur Verfügung stellen, damit an den Grenzen zu unseren Nachbarn ordentlich kontrolliert werden kann“. Müller kritisierte zudem Defizite bei der Überwachung von Wildvögeln durch die Bundesländer.

Nach Ansicht von Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne), der nach dem Rücktritt von Verbraucherschutzministerin Renate Künast deren Posten mit übernommen hat, gibt es noch keine Veranlassung, die Freilandhaltung von Geflügel bundesweit zu verbieten. Sollte sich aber herausstellen, dass es sich bei den Proben aus der Türkei um das hochpathogene Virus H5N1 handelt, „dann werden unsere Notfallpläne sofort greifen“, sagte Trittin.

Panikreaktionen wie in Italien, wo die Verbraucher aus Angst vor der Seuche deutlich weniger Geflügelfleisch konsumieren, sind nach Laves-Angaben hierzulande bisher nicht bekannt. Das Risiko einer Infektion für Menschen halten Experten für sehr gering. Das Virus sterbe beim Kochen des Fleisches.