Oldenburg - Die Carl von Ossietzky Universität will noch näher an die Stadt rücken und rückt deshalb in die Innenstadt. Dazu sollen auch Leerstände in der Fußgängerzone künftig genutzt werden. Dort sollen dauerhaft Lehre und Forschung der Universität dargestellt werden, kündigt dessen Präsident Prof. Dr. Ralph Bruder an. Ihm schweben dabei neben der Präsentation von Ausrichtung und Inhalten der Hochschule etwa auch Reallabore („Wo könnte man sozialwissenschaftliche Forschung besser betreiben?“) vor. „Besucher sollen Oldenburg künftig nicht nur als Einkaufsstadt erleben, sondern zunehmend auch als Forschungsstadt“, so Bruder. Nach 50 Jahren positiver Entwicklung sei die Zeit um, dass sich das Uni-Leben auf ein Campus-Leben beschränke.

Universitätspräsident Prof. Dr. Ralph Bruder (links) und Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann unterzeichneten die Kooperationsvereinbarung.

Universitätspräsident Prof. Dr. Ralph Bruder (links) und Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann unterzeichneten die Kooperationsvereinbarung.

Gemeinsam wolle man die großen Potenziale sinnvoll nutzen, bekräftigt auch Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD). Durch die enge Kooperation mit der Universität werde der Innenstadtraum anders erlebbar. Der Punkt ist unter dem Namen „Campus Oldenburg“ auch Teil einer strategischen Kooperationsvereinbarung, die Krogmann und Bruder am Mittwoch unterzeichneten. Zuvor hatten der Senat der Universität und der Oldenburger Stadtrat das Strategiepapier gebilligt. Weitere Kernbereiche, die Uni und Stadt gemeinsam vorantreiben wollen, sind Klimaneutralität, Weiterentwicklung der Universität Oldenburg, Gründungskultur und Internationalisierung.

Eines der ersten konkreten Projekte des „Campus Oldenburg“ soll ein Pop-up-Store (zeitlich begrenztes Geschäft) in der Haarenstraße werden. Aber auch dauerhafte Nutzungen werden angestrebt. In der Oldenburger Kneipenlandschaft können man über die Reihe „Hirn vom Hahn“ hinaus, in der Dozenten bereits in Gaststätten Forschungen aus der Universität niederschwellig an Interessierte bringen, noch aktiver werden, nennt Bruder einen weiteren Ansatz.

Und im Zuge der Veranstaltungen zum 50-jährigen Bestehen der Universität, die am 5. Dezember mit einem Festakt beginnen und sich über ein Jahr hinziehen werden, soll die Innenstadt immer wieder eine Rolle spielen. So soll etwa auch das frühere Lehrerseminar an der Peterstraße als Vorgänger der Universität künftig intensiver genutzt werden. Heute befindet sich dort das Staatliche Baumanagement Weser-Ems.

Markus Minten
Markus Minten Stadt Oldenburg und Ammerland (Leitung)