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NWZonline.de Region

Weitere Mordanklage gegen Niels Högel

27.04.2018

Oldenburg /Delmenhorst Die Zahl der Mordopfer des ehemaligen Krankenpflegers Niels Högel steigt weiter: Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat jetzt in einem weiteren Fall Anklage erhoben; Högel soll im Klinikum Delmenhorst eine Patientin mehr umgebracht haben als bislang bekannt. Der 41-Jährige soll sich nun wegen Mordes in insgesamt 98 Fällen vor Gericht verantworten.

Hintergrund der neuen Mordanklage ist ein Fehler der Rechtsmediziner an der Medizinischen Hochschule Hannover. Sie hatten nach der Exhumierung der Leiche zwar Rückstände des Wirkstoffs Lidocain gefunden, durch einen Übertragungsfehler aber zunächst einen negativen Befund an die Polizei übermittelt. Der Fehler fiel auf, als es beim Schreiben des Gutachtens jetzt zu einem Gegenabgleich der Daten kam. Lidocain ist einer von fünf bekannten Wirkstoffen, mit denen Högel Patienten tötete.

Multimedia-Dossier: Der Fall Niels Högel

Insgesamt hat Högel nach Erkenntnissen der Ermittler in den Jahren 2000 bis 2005 35 Patienten im Klinikum Oldenburg und 69 Patienten im Klinikum Delmenhorst ermordet. Er spritzte ihnen Herzmittel, um bei ihnen eine lebensbedrohliche Krise auszulösen und sich anschließend als Lebensretter inszenieren zu können.

In sechs Fällen ist Högel bereits verurteilt worden; er verbüßt eine lebenslange Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt Oldenburg. Ab Ende Oktober steht Högel dann wegen der 98 weiteren ermittelten Fälle erneut vor Gericht. Weil mehr als 100 Nebenkläger und ihre Rechtsanwälte am Prozess teilnehmen wollen, finden die Sitzungen nicht im Landgericht Oldenburg statt, sondern in den Festsälen der Weser-Ems-Halle.

Lesen Sie alle Berichte zum Fall Högel im NWZ-Spezial

Karsten Krogmann
Redakteur
Reportage-Redaktion
Tel:
0441 9988 2020

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