OLDENBURG - Ein höheres Sturmflutrisiko, verschlickte Häfen und Kanäle, ein geringerer ökologischer Wert – das ist die heutige Situation im Bereich Ems-Dollart. Grund: In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Umweltbedingungen dort deutlich verschlechtert, so sind etwa Schwebstofffracht und Tidenhub gestiegen. Ein deutsch-niederländisches Forschungsprojekt soll das Wissen über den Ems-Dollart erweitern und neue Werkzeuge für die Lösung praktischer Probleme entwickeln. 'Future-Ems', nennen die Wissenschaftler ihr multidisziplinäres Projekt.

Das Bundesforschungsministerium und die Niederländische Organisation für wissenschaftliche Untersuchungen/Forschung fördern es vier Jahre mit 500 000 Euro. Der Startschuss fällt in dieser Woche. Koordiniert wird das Projekt von Professor Dr. Emil Stanev vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht und Dr. Thomas Badewien vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres an der Uni Oldenburg. Die Ems-Dollart-Mündung ist von großer ökologischer und wirtschaftlicher Bedeutung. Ziel des 'Future-Ems”-Projekts ist ein Computermodell, das das Verhalten der Ems im Detail simulieren kann. Die Oldenburger Wissenschaftler planen dazu Messkampagnen mit dem Forschungsschiff Otzum. Beteiligt am Projekt sind außerdem die Uni Utrecht, die Technische Universität Delft, die Unis Kiel und Twente, das Senckenberg-Institut am Meer in Wilhelmshaven sowie die Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz.