OLDENBURG - Am Ende seines Plädoyers wendete sich Oliver Niedostadek direkt an den Angeklagten. Ich weiß nicht, was Sie bei dieser Tat geritten hat. Sie wussten genau, was passieren kann, sagte der Anwalt der Opferfamilie. Der Holzklotz-Wurf sei eine sinnlose Tat, die niemand begreifen könne. Nikolai H. schaute in diesem Moment mit ernster Miene zur Seite.
Kurz zuvor hatte Niedostadek ebenso wie die Staatsanwaltschaft eine lebenslange Freiheitsstrafe für den Angeklagten gefordert. Die Beweisaufnahme habe den Tatvorwurf bestätigt. Zugleich bedankte sich der Anwalt bei der Polizei: Ich bin froh, dass wir solche Beamten haben. Die Ermittler kümmerten sich nach wie vor um die Familie der getöteten Olga K.
Der Witwer und weitere Familienangehörige waren im Gericht anwesend. Sie mussten zunächst lange auf die Plädoyers warten. In den ersten vier Stunden ging es um 13 Anträge der Verteidigung. Es ist nicht einfach, sich das anhören zu müssen. Letztlich ist für die Familie aber wichtig, dass der Täter seine gerechte Strafe bekommt, sagte Steffen Woitaczak, der Schwager der getöteten Olga K.
In seinen Anträgen forderte Verteidiger Matthias B. Koch zum wiederholten Mal einen Dolmetscher für seinen Mandanten. Zudem verlangte er eine Wiederholung der Hauptverhandlung. Ferner beantragte er, den amerikanischen Lügenexperten Paul Ekman als Sachverständigen einzusetzen. Die Unschuld des Angeklagten wollte er mit einem Lügendetektor-Test nachweisen. Das Gericht lehnte alle 13 Anträge ab.
Am Ende des Prozesstages stellte die Verteidigung einen Befangenheitsantrag gegen die Richter. Die Entscheidung darüber soll in der Verhandlung an diesem Dienstag, 8 Uhr, verkündet werden.
Ein Spezial zum Holzklotz-Anschlag unter www.NWZonline.de/holzklotz-anschlag
