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NWZonline.de Region

Konflikte In Den Eigenen Vier Wänden: Coronavirus verschärft Lage für Opfer häuslicher Gewalt

20.03.2020

Oldenburg /Im Nordwesten Für viele Menschen bedeutet ein normaler Arbeitsalltag auch: Der gewalttätige Partner oder das gewalttätige Familienmitglied ist für ein paar Stunden nicht zuhause. Diese Sicherheit geht in der aktuellen Situation zusehends verloren, denn Home-Office, Kurzarbeit und geschlossene Schulen sind die aktuellen Schlagworte. Experten beobachten die Entwicklung mit Sorge.

„Wie viele Fälle von häuslicher Gewalt es tatsächlich gibt, können wir gar nicht einschätzen“, sagt Petra Klein vom Weißen Ring in Oldenburg. Zu groß sei die Dunkelziffer – betroffen sind aber vor allem Frauen. Aber auch die Formen der Gewalt sind unterschiedlich, denn nicht nur Schläge, also körperliche Gewalt, würden in diese Kategorie fallen. Auch die psychische Gewalt, beispielsweise das systematische Heruntermachen, gehöre dazu. „Die Gefahr, dass dies in den Familien und Partnerschaften jetzt noch mehr zunimmt, ist groß“, so Klein.

Erschwerend komme hinzu, dass auch die Beratungs- und Anlaufstellen unter dem Coronavirus leiden. Der Besucherverkehr wird durch die allgemeinen Verfügungen eingeschränkt. Auch die Frauenhäuser in der Region stehen vor Herausforderungen. „Auch hier ist die Angst vor einer Infektion groß“, sagt Klein. Viele der Einrichtungen würden schon an Lösungen wie beispielsweise Quarantänezimmern arbeiten, aber einfach sei es nicht.

Hilfe bei häuslicher Gewalt

Das nationale Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist rund um die Uhr zu erreichen: 08000/116 016. Auch Angehörige, Freunde oder Nachbar können sich anonym und kostenfrei beim Hilfetelefon beraten lassen.

Der Weiße Ring Oldenburg ist ebenfalls telefonisch zu erreichen: 0441/36164272. Auch in der aktuellen Krisensituation wird hier geholfen. Das Netzwerk des Weißen Rings funktioniert weiterhin.

Bei akuter Gewalt: Die Polizei unter 110 alarmieren.

Die Polizeidienststellen und damit die jeweiligen Berater in den Inspektionen (PI) sind unter folgenden Nummern zu erreichen: PI Cloppenburg/Vechta: 04471/18600; PI Cuxhaven: 04721/5730; PI Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch: 04221/15590; PI Diepholz: 05441/9710; PI Oldenburg-Stadt/Ammerland: 0441/7900; PI Verden/Osterholz: 04231/8060; PI Wilhelmshaven/Friesland: 04421/9420.

Dennoch sei es, so betont Klein, wichtig, den Kontakt zu Beratungsstellen oder zum Weißen Ring zu suchen. „Wir sind telefonisch erreichbar“, betont sie. Auch bei anderen Stellen sei dies nicht auszuschließen. Und wenn es zu akuter Gewalt kommt? „Auf jeden Fall die Polizei rufen!“ Das sei gerade bei Akutsituationen weiterhin der wichtigste Weg. „Und dann auf die Durchsetzung des Gewaltschutzgesetzes pochen.“

Auch die Polizei ist sich bewusst, dass es derzeit verstärkt zu Konfliktsituationen bis hin zu häuslichen Gewalttaten im familiären Umfeld kommen könnte. Auf Nachfrage betont die Polizeidirektion Oldenburg, dass natürlich weiterhin in allen Notlagen, die Polizei „unter der Notrufnummer 110 zu jeder Tages- und Nachtzeit erreichbar ist“. Im Bereich der Polizeidirektion Oldenburg gebe es zudem in jeder Inspektion einen Sachbearbeiter für häusliche Gewalt, die eng mit den jeweiligen Beratungsstellen zusammenarbeiten. „Bei diesen Sachbearbeitern der Polizei können sich Betroffene auch melden, bevor sie Opfer von häuslicher Gewalt werden“, betont die Polizei.

Petra Klein appelliert derweil auch an Freunde, Verwandte und Nachbarn: „Oft weiß das Umfeld insgeheim, wo häusliche Gewalt stattfindet“, sagt sie. Opfer sollten jetzt nicht alleine gelassen werden. Häufige laute Streits, die in Wohnungen zu hören sind, oder unerklärte blaue Flecke könnten Hinweise sein.

Claus Arne Hock Redakteur / Online-Redaktion
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