OLDENBURG - 1906 gegründet und immer noch engagiert in Politik und Gewerkschaft – die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) macht sich stark für soziale Belange.
Von Henrike Krome
OLDENBURG - Seit 100 Jahren gibt es die Katholische Arbeitnehmerbewegung in Oldenburg – ein Grund zum Feiern. „Wir versuchen, uns für die Belange der Menschen stark zu machen, wo die sozialen Situationen nicht mehr gerecht sind“, erklärt Michael Hochfelde, Vorsitzender der KAB in Oldenburg. Die Arbeitnehmerbewegung engagiert sich in Politik, Bildung und auch in der Gewerkschaft.„Wir waren der erste Ortsverband in Oldenburg, der Anfang der 90er Jahre eine Frau, Maria Elisabeth Janzing, zur Vorsitzenden gewählt hat“, fügt Hochfelde mit einigem Stolz hinzu.
Die rund 80 Mitglieder der Katholischen Arbeitnehmerbewegung sind alle ehrenamtlich tätig. Sie treffen sich einmal im Monat, um sich zu besprechen und gesellig zusammenzusitzen. Auch gemeinsame Reisen werden unternommen.
Der Ortsverband wurde 1906 in Oldenburg gegründet, um immer im Sinne der christlichen Arbeit zu handeln. Der Diözesanverband in Münster, dem der Oldenburger Landesverband ebenfalls angehört, ist der gößte Deutschlands.
Das einschneidendste Erlebnis, das der 60-jährige Hochfelde erlebt hat, waren die ökumenischen Abendandachten 1996 „Requiem für den Sozialstaat“ zum 1. Mai in der Lambertikirche. Aufgrund der Thematik wurde eine deutsche Bischofskonferenz einberufen, die dem katholischen Pfarrer verbot, diese Andacht zu halten. Die Mitglieder der KAB haben trotzdem an der Andacht teilgenommen, die schließlich von dem evangelischen Pfarrer Dieter Qualmann gehalten wurde, um ihre Präsenz deutlich zu machen und zu zeigen, dass Kritik am Staat positiv sein kann.
Für die Zukunft erhofft sich Michael Hochfelde, „dass die Menschen weiterhin das christliche Arbeitsbild hochhalten und dass der Verband auch die nächsten 100 Jahre bestehen wird“.
Der Tag des 100-jährigen Bestehens wird heute in einem Dankgottesdienst gemeinsam begangen. Dieser beginnt um 15 Uhr in der Kirchengemeinde St. Marien, Friesenstraße 15.
