OLDENBURG - Der Auftrag der Vertragspartner im Masterplan Ems 2050 an die Landesverwaltung, im ersten Schritt 50 Hektar Land für den Wiesenvogelschutz zu erwerben, ist erfüllt. 'In dieser Woche wurden die letzten dafür notwendigen Flächen vom Land angekauft', teilte jetzt der Landesbeauftragte Franz-Josef Sickelmann mit. Das Flächenmanagement für den Masterplan Ems 2050 ist beim Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems angesiedelt. Die bisher gekauften Flächen befinden sich im Landkreis Aurich und im nördlichen Emsland.

Der Grund für die Verankerung des Flächenankaufs im Vertrag: Einige geplante Maßnahmen des Masterplans im Deichvorland – etwa die Wiedervernässung alter Emsschleifen, aus denen ästuartypische Lebensräume mit Auwäldern und Röhrichtzonen werden sollen – können punktuell die Qualität von Wiesenvogellebensräumen in Flussnähe verschlechtern. Deswegen sieht der Masterplan vor, insgesamt 200 Hektar für den Vogelschutz im Binnenland zu erwerben – bis 2050. Bei den Brutvögeln sollen davon Kiebitz, Uferschnepfe und Rotschenkel sowie auch Großer Brachvogel und Bekassine profitieren, zudem sollen Rastvögel auf den Schutzflächen Refugien erhalten.

Die Landräte der Kreise Emsland und Leer, Reinhard Winter und Matthias Groote, begrüßten die Meldung aus Oldenburg als erstes Etappenziel auf dem langen gemeinsamen Weg bis 2050. Für die Umweltverbände BUND, Nabu und WWF nannte Elke Meier vom Nabu Niedersachsen die Vertragsunterzeichnungen als 'wichtigen Schritt der vertragskonformen Umsetzung des Masterplans'.


Die Flächen für den Wiesenvogelschutz müssen extensiv bewirtschaftet werden. Für die Flächen des Masterplans Ems 2050 wird der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) mit den Kreisen Bewirtschaftungskonzepte erarbeiten. Als Grundlage erheben die Mitarbeiter der Naturschutzstation Ems des NLWKN die Vogelbestände und schlagen Entwicklungsmaßnahmen vor. Bis dahin sollen auf den gekauften Flächen im Emsland die bewährten Bewirtschaftungsbedingungen des Landkreises für kreiseigene Vogelschutzflächen gelten. Im Landkreis Aurich grenzen die erworbenen Flächen an Bereiche an, in denen der NLWKN weitere Naturschutzflächen zur Sicherung von Lebensräumen für Wiesenvögel aus dem mit EU-Mitteln geförderten, großen Naturschutzprojekt 'Wiesenvögel' erwerben wird. Die dort geltenden Bewirtschaftungsauflagen sollen auf den Flächen des Masterplan Ems 2050 übernommen werden. Die Flächen werden mit den geltenden Auflagen an Landwirte verpachtet. Dabei geht es unter anderem um späte Mahd-Termine, die Dichte des Viehbesatzes sowie Regelungen zur Düngung und zum Pflanzenschutz-Einsatz.

Der Erwerb der Flächen und die Auflagen werden fortlaufend mit dem 'Steuerungsausschuss Flächenmanagement abgestimmt', der unter Vorsitz des Amtes für regionale Landesentwicklung eingerichtet wurde. Diesem Arbeitskreis gehören neben den Vertragspartnern zwei Vertreter der regionalen Wasser- und Bodenverbände sowie regionale Vertreter von fünf landwirtschaftlichen Interessenverbänden und des NLWKN an.

700 Hektar Fläche werden für die Umsetzung des Masterplans bis 2050 benötigt. 500 Hektar sollen zur Entwicklung ästuartypischer Lebensräume dienen, 200 Hektar dem Wiesenvogelschutz.