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NWZonline.de Region

Neues Aus Dem Homeoffice: Telefonterror – Leute, so geht das nicht weiter!

05.04.2020

Oldenburg So begrenzt das Leben gerade ist, so unbegrenzt sind die Möglichkeiten der Kommunikation. Nein, man kann mir wirklich nicht vorwerfen, ich wäre im Homeoffice nicht erreichbar: Die Kolleginnen und Kollegen können mich per Diensthandy, privatem Festnetz, Chatprogramm, E-Mail, Whatsapp oder klassisch über die NWZ-Telefonanlage erreichen. Falls einer keine meiner Nummern hat, ginge auch noch Facebook.

Das ist toll. Läuft doch! Kommunikation ist besonders wichtig, wenn fast alle verstreut im Homeoffice sitzen. Und die vielen Möglichkeiten, die wir dafür haben, sind ein Segen. Aber bevor ich mich hier in allzu großer Lobhudelei verliere, denke ich doch noch mal zurück an vergangene Woche Freitag. Ich hatte schon einen anstrengenden Arbeitstag hinter mir und wollte mit einer Kollegin noch etwas besprechen. In Ruhe. Nichts Weltbewegendes, aber manchmal muss man sich auch in diesen Zeiten einen ruhigen Moment nehmen.

Kaum hatten wir aber unser Telefonat übers Diensthandy begonnen, klingelte auf meinem Computer auch das Firmentelefon. Ich versuchte, den Anruf zu ignorieren. Doch im gleichen Momente ploppte ein Videocall über eines unserer Chat- und Konferenzprogramme auf. Hilfe! Ich kam ins Schwitzen. Leute, so geht das doch nicht, ihr könnt mich doch nicht alle gleichzeitig anrufen! Es blieb mir nichts Anderes übrig, als die Kollegen wegzudrücken. Dabei hatte ich kein gutes Gefühl, das ist sonst nicht meine Art. Unangenehm.

Dann aber telefonierte (!) ich am Wochenende mit einer guten Freundin. Sie erzählte mir, dass sie manchmal fast ihren ganzen Arbeitstag (im Moment oft geschlagene 12 Stunden) telefoniert oder in Videokonferenzen hängt. Sie sei am Rande des Wahnsinns, und würde abends nur noch erschöpft ins Bett fallen. Sie wisse nicht, wie lang sie diesen Telefonterror noch aushalte. Seitdem sage ich mir, schon gelassener: Mal nicht drangehen, mal nicht sofort antworten, ist reine Psychohygiene. Und wirklich, wirklich nie böse gemeint.

Neele Körner: Von gespenstischer Stille und neuen Erkenntnissen

Vom belebten Großraumbüro ins ruhige Homeoffice – diese Umstellung fiel mir ehrlich gesagt nicht ganz so einfach. Motiviert hatte ich mich am ersten Tag an den Computer gesetzt, den ich an meinem neuen Arbeitsplatz – dem Wohnzimmertisch – aufgebaut hatte. Die Software lief technisch einwandfrei und der Erstkontakt zu den Kollegen per Chatprogramm funktionierte auch. Es lief alles gut, bis mir eines auffiel: die Stille!

Jetzt gab es um mich herum plötzlich keine Gespräche mehr unter Kollegen, keine laut klingelnden Telefone, keine Team-Besprechungen. Und außerhalb meiner Wohnung war es fast ebenso still. Draußen fuhren kaum Autos auf der Straße, es waren keine sich laut unterhaltenden Kleingruppen oder spielende Kinder unterwegs, und auch von den Nachbarn war kein Pieps zu hören.

Super, dachte ich mir. Dank dieser Stille kann ich mich ja jetzt viel besser konzentrieren. Falsch gedacht! Ich stellte ziemlich schnell fest, dass mir die Nebengeräusche im Büroalltag beim Arbeiten fehlten. Und die Stille um mich herum wurde für mich schnell unerträglich Also ging ich einen gewagten Schritt: Ich machte das Radio an.

Zunächst war ich unsicher, ob mich die Musik nicht doch viel mehr ablenken würde, aber ich probierte es dennoch einfach mal aus. Und siehe da – mit leise im Hintergrund dudelnder Musik konnte ich viel besser arbeiten als in absoluter Stille. Ich war selbst überrascht, schließlich lief das Radio im Büro sonst nie.

Aber trotz dieser Erkenntnis freue ich mich schon auf die Zeit, wenn ich mich im normalen Büroalltag wieder mit den Kollegen unterhalten kann – und dafür nicht erst zum Telefon greifen muss!

Irmela Herold: Zwischen Putzattacke und Puschen

Lieber würde ich im Büro sitzen. Noch vor Kurzem wäre dieser Gedanke für mich unvorstellbar gewesen. Im Großraumbüro ist es mitunter laut und trubelig, oft hab ich mir ein ruhiges Plätzchen gewünscht. Jetzt sitze ich im stillen Kämmerlein – und sehne mich nach meinen Kollegen. Immerhin, vor dem Fester fliegt eine Hummel vorbei, wenigsten ein bisschen Gesellschaft.

Nun gut, wie wohl alle Menschen versuche ich in diesen Tagen, das Beste aus der Situation zu machen – und die erzwungene Häuslichkeit sinnvoll zu nutzen. Das heißt für mich wie für viele: Reinlichkeit wird großgeschrieben. Manche Leute putzen wie wild, habe ich im Bekanntenkreis mitbekommen. Dabei stelle ich eine Gegenläufigkeit fest. Häuser und Gärten sind herausgeputzt, bei den Menschen stellt sich eine gewisse Nachlässigkeit ein.

So auch bei mir. Da ich Spätdienst habe, widme ich mich vormittags meinem Balkon und bearbeite ihn mit Essigwasser und Scheuerbürste. Nach einer Stunde Schrubberei auf Knien blitzt der Balkon, Shirt und Hose sind allerdings ziemlich versifft. In normalen Zeiten wüsste ich, was zu tun ist. Das Programm vor dem Verlassen des Hauses ist programmiert. Jetzt bin ich unentschlossen, wie ich mich für den Arbeitstag präparieren soll. Muss ich duschen, oder reicht eine saubere Hose? Ich überlege: Es ist erst Tag eins der Heimarbeit. Vielleicht gibt es technische Probleme, und ich muss doch noch in die Redaktion.

Also plane ich erst einmal nicht mit kompletter Abgeschiedenheit, sondern wähle den Mittelweg. Duschen und Haare waschen, allerdings ohne Föhnen und sonstiges Stylen. So sitze ich sauber, aber mit Schlappen vor dem Schreibtisch. Das ist bequem, aber nicht wirklich schön.

Nach dem ersten Tag Homeoffice freue ich mich noch mehr auf die Zeit, in der wir alle wieder nach Lust und Laune vor die Tür dürfen.

Christian Schwarz: Kaffee und Kuchen mit Kindern und Käfern

Eigentlich wäre ich in dieser Woche krank geschrieben. Doch dann kam die Corona-Krise – und nun bin ich weiterhin gesund. Das klingt seltsam, ist aber ganz logisch: Meine seit Wochen geplante Leisten-OP am Dienstag musste auf die lange Bank geschoben werden. Halb so wild, dann arbeite ich halt weiter, und zwar von zu Hause.

Schon am vergangenen Freitag habe ich es mir mit dem Laptop am Schreibtisch des Arbeitszimmers gemütlich gemacht. Der Blick geht durch das Dachfenster und schweift über karge Bäume und grüne Pferdeweiden. Draußen ist es ruhig, ab und an fallen zwei Käfer vom Fenster auf mein Laptop, die sich seit Tagen darum bemühen, den Ausgang zu finden – erfolglos. Vielleicht sollte ich mal lüften?

Von unten drängt immer wieder Lärm in meine kleine Heim-Redaktion. Meine zwei Söhne vertreiben sich die Zeit mit Hörspielen und kleinen (auch mal größeren) Streitereien. Mittlerweile haben meine Ohren aber die Durchzugsfähigkeit erworben, und bestimmter Krawall kommt im Hirn gar nicht mehr an. So wie bei Leuten, die seit 40 Jahren an der Bahnlinie wohnen und die Vibrationen der Tasse beim Kaffeetrinken mit schüttelnder Hand ganz intuitiv ausgleichen.

Wir nutzen die Möglichkeiten des Homeoffice voll aus: Immer wieder vibriert das Handy, poppen Benachrichtigungen auf dem Laptop auf und kündigen sich neue Telefonkonferenzen an (Videokonferenzen traut sich noch keiner, ich auch nicht, bin zurzeit ziemlich unrasiert). Der Vorteil: Zwischendurch kann ich mich entspannen, bei Kaffee und Kuchen mit der Familie. Da genieße ich dann auch die Streitigkeiten, hin und wieder.

Inga Wolter: Revierkämpfe und ein knarzender Esstisch

Mein erster Tag Homeoffice startet. Zuerst muss das Revier abgesteckt werden! Denn mein Partner arbeitet schon seit gestern zu Hause und hat sich bereits die Hälfte des Esstisches gesichert. Dort stehen nun – auf Bücherstapeln – zwei riesige Bildschirme. Also, wie organisieren wir uns jetzt während der Corona-Krise in unserer relativ kleinen Wohnung? Schließlich wollen wir uns nicht gegenseitig auf die Nerven gehen und brauchen auch noch Platz zum Essen, Durchschnaufen und für unsere Hobbys. Wir überlegen ein bisschen hin und her. Schließlich findet mein Laptop auf der zweiten Esstischhälfte Platz. Die Küche ernennen wir zum Pausenraum. Und zur Telefonzelle.

Für mich bedeutet dieser erste Tag im Homeoffice aber erst einmal ungewohnte Ruhe. Sonst arbeite ich im Großraumbüro und bin viele Leute und laute Telefonate um mich herum gewöhnt. Jetzt knarzt nur der Esstisch. Aber wir haben ja genug Zeitungspapier herumliegen, um die nervigen Geräusche abzufedern. Insgesamt kann ich nur sagen: Läuft besser als gedacht! Ich kann mit den Kollegen schreiben, telefonieren oder sogar Videokonferenzen abhalten. Für längere Telefonate gehe ich in die Küche, da habe ich meine Ruhe.

Aber das ist erst der Anfang. Wie wird es sein, wenn sich diese Phase länger hinzieht? Ich glaube, meine Kollegen und den Austausch im Büro werde ich doch schnell vermissen. Klar ist: Wenn die Möbelhäuser wieder geöffnet haben, gibt’s einen neuen Esstisch.

Norbert Martens: Homeoffice gut – Homefitness ... na ja...

Ach, was war das noch schön, so kurz vor Corona. Gerade wieder die Kurve gekriegt, mit Sport angefangen, der Winterwampe den Kampf angesagt mit regelmäßigen Besuchen in der Muckibude vor dem Dienst in der Redaktion. Das ist nun vorbei. Dabei galten Fitnessstudios schon vor Corona als Keimschleudern. Denn: Auf Hanteln sollen sich mehr Bakterien befinden als auf Toiletten.

Nun heißt es also: Goodbye Redaktion und Studio. Welcome Homeoffice und Homefitness. Homefitness? Ja, kurz vor der Schließung meiner Muckibude habe ich mir vom Handwerker meines Vertrauens noch eine Klimmzugstange an die Decke dübeln lassen. Während es im Homeoffice einigermaßen vorangeht, trotz deutlich mehr Stress, bimmelnder, piepender und brummender Handys im Minutentakt, fremdel ich noch mit meiner Klimmzugstange. Schon der erste Versuch war eine Katastrophe. Mit Mühe, Not und quietschenden Sehnen schaffte ich anderthalb Wiederholungen – danach baumelte ich nur noch wie ein nasser Sack am Gerät.

Die Klimmzugstange des Grauens

Während ich jetzt hoffe, dass das Coronavirus uns alle nicht so schlimm erwischt und der Spuk nicht so lange dauert, werde ich jetzt versuchen, regelmäßig zwischen den Homeoffice-Einheiten auch meine Homefitness-Einheiten zu machen. Zehn Klimmzüge sollen es nach dem Homeoffice-Ende schon sein. Je früher, desto besser – gilt für beides.

Vaterblogger Daddy Cool: Mit Kind im Homeoffice

Auch unser Vaterblogger Daddy Cool arbeitet im Homeoffice – lesen Sie hier seine Kolumne: In Chaos-Quarantäne.

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