• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region

Wie sorge ich in welcher Situation am besten vor?

30.01.2018

Oldenburg Durch einen Unfall, eine Erkrankung oder im Alter kann jeder in die Situation geraten, nicht mehr selbst für sich entscheiden zu können. Da das Grundgesetz jedem Volljährigen das volle Selbstbestimmungsrecht garantiert, können Angehörige nicht automatisch rechtsverbindlich für die Betroffenen entscheiden. Vielmehr bedarf es einer schriftlichen Einverständniserklärung, um im Notfall handeln zu können.Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten:

Vorsorgevollmacht

 Die Vorsorgevollmacht legt fest, WER im Falle der eigenen Hilflosigkeit entscheiden und handeln soll. Sie empfiehlt sich also für Menschen, die schon heute eine oder mehrere Personen benennen können, die sie zum Zeitpunkt der eigenen Hilflosigkeit vertreten sollen.

Die Vorsorgevollmacht kann als „Generalvollmacht“ erteilt werden, etwa durch die Formulierung „ich ermächtige die Person xy zur Vertretung in allen Angelegenheiten“. Eine solche allgemeine Formulierung deckt aber wichtige Fälle nicht ab, beispielsweise die Zustimmung zu einem medizinischen Eingriff, wenn hierbei Lebensgefahr besteht (etwa bei einer Herzoperation). Daher empfiehlt es sich, eine ausführliche Vorsorgevollmacht zu erstellen oder die Generalvollmacht zu ergänzen.

Eine Vollmacht zur Vorsorge gibt dem Bevollmächtigten – je nach Umfang – unter Umständen sehr weitreichende Befugnisse. Deshalb ist die wichtigste Voraussetzung das absolute Vertrauen zu dem Menschen, den man bevollmächtigt. Eine Überprüfung der Vollmacht durch das Amtsgericht findet nicht statt.

Ansprechpartner zur Patientenvorsorge

Aus der Vielzahl von Informationsquellen zum Thema Patientenvorsorge seien die Internetseite vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz sowie die vom Niedersächsischen Justizministerium empfohlen (Publikation zur Vorsorgevollmacht beziehungsweise Publikation zum Betreuungsrecht).

Auch die Ärztekammer Niedersachsen informiert über Patientenverfügungen und bietet ein Formular zum herunterladen an.

Lokale Ansprechpartner sind die Betreuungsbehörden vor Ort, die es in jedem Landkreis beziehungsweise in jeder kreisfreien Stadt gibt (Adressen in dieser Publikation ab Seite 35).

Dokumente zum Download gibt es zum Beispiel auch auf der Seite der Betreuungsstelle in Oldenburg.


Betreuungsverfügung

Eine Betreuungsverfügung ist die Vorsorgemöglichkeit, wenn jemand keine Vertrauensperson per Vollmacht benennen kann, die ihn im Fall der eigenen Hilflosigkeit rechtswirksam vertreten soll. Liegt keine Vorsorgevollmacht vor, setzt das Betreuungsgericht einen rechtlichen Betreuer ein. Das kann eine neutrale Person sein oder eine von dem Betroffenen vorgeschlagene.

In der Betreuungsverfügung kann – auch detailliert – festgelegt werden, wie der Betreuer das Leben des Betreuten gestalten soll, ob zum Beispiel das gesamte Vermögen für die häusliche Pflege eingesetzt werden soll, welches Altersheim gegebenenfalls gewünscht wird, welche Möbel mit sollen oder ob Spenden weitergezahlt werden. Der Betreuer ist gesetzlich verpflichtet, den Willen des Betroffenen umzusetzen.

Patientenverfügung

In der Patientenverfügung ist festgehalten, WAS an Maßnahmen ergriffen werden soll. Der Verfügende bestimmt, in welche medizinischen Behandlungen er einwilligt oder welche Maßnahmen er ablehnt. So kann festgelegt werden, ob die Ärzte alle Möglichkeiten zur Lebenserhaltung ausschöpfen sollen oder ob die Behandlung unter bestimmten Bedingungen auf die Linderung von Schmerzen beschränkt werden soll. Die Behandlungswünsche sollten so konkret wie möglich formuliert sein.

Formal gilt:

Von Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung darf es nur ein Original mit Unterschrift geben. (Eine Ausnahme gilt bei einer Vollmachtserteilung für unterschiedliche Bereiche – zum Beispiel gesundheitliche und finanzielle Belange – an verschiedene Personen.) Das Original sollte der Verfasser bei sich aufheben, der Bevollmächtigte oder der gegebenenfalls vorgeschlagene Betreuer sollten eine Kopie erhalten, ebenso das zuständige Betreuungsgericht. Außerdem sollten der Hausarzt und gegebenenfalls das Krankenhaus informiert sein.

Im Notfall weist ein Hinweiskärtchen, am besten im Portemonnaie bei Personalausweis und Krankenversicherungskarte, auf die Existenz der Vorsorgedokumente hin. Um sicherzugehen, dass diese im Fall der Fälle schnell gefunden werden, empfiehlt sich die Registrierung im Zentralen Vorsorgeregister (ZVR) der Bundesnotarkammer.


     www.vorsorgeregister.de 
Irmela Herold
Redakteurin
Online-Redaktion
Tel:
0441 9988 2152
Alles zum Thema Gesundheit finden Sie hier!

NWZonline.de/gesundheit
Alles zum Thema Gesundheit finden Sie hier!

Weitere Nachrichten:

Amtsgericht | Altersheim

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.