Oldenburg/Rastede - Gestiegene Einnahmen helfen der evangelischen Kirche im Oldenburger Land, ihren Haushalt für das kommende Jahr so zu gestalten, dass keine Rücklagen eingesetzt werden müssen, um den Etat 2019 auszugleichen. „Das Tafelsilber bleibt erhalten“, sagt die für Finanzen verantwortliche Oberkirchenrätin Dr. Susanne Teichmanis.

Gleichzeitig bleibe die Kirche aber auf dem bereits eingeschlagenen Sparkurs: „Die guten Steuereinnahmen mit einem Plus von 5,3 Prozent dürfen uns nicht verführen, lax zu werden.“ Das Ziel, bis zum Jahr 2030 insgesamt 124 Millionen Euro einzusparen, werde weiterhin verfolgt. Für das kommende Jahr sind Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 93 Millionen Euro vorgesehen.

Auf der am Donnerstag beginnenden Synodentagung in Rastede werden die 60 Kirchenparlamentarier neben der Verabschiedung des Haushalts weitere wichtige Weichenstellungen vornehmen. So stellen sich am Donnerstag drei Kandidaten für eine wichtige Oberkirchenratsposition vor. Die Stelle, zu der unter anderem die Personalverantwortung für alle Oldenburger Pastorinnen und Pastoren gehört, war ausgeschrieben worden, weil die Amtszeit der Oberkirchenrätin Annette Christine Lenk ausläuft. Neben der Amtsinhaberin bewerben sich Kreispfarrer Michael Braun aus dem Oldenburger Münsterland und die Pfarrerin Gudrun Mawick aus Westfalen.

Nach intensiver Vorarbeit in verschiedenen Ausschüssen wird sich das Kirchenparlament auch mit der „Trauung für alle“ beschäftigen. Bischof Thomas Adomeit erwartet eine klare Mehrheit für die Neuerung, wonach auch gleichgeschlechtliche Paare, wenn sie staatlich verheiratet sind, auch Anspruch auf eine kirchliche Trauung haben.

Von der Verabschiedung eines kirchlichen Gesamtkonzepts zur Kommunikation erwartet Adomeit eine Grundlage für kirchliches Handeln in die Gesellschaft hinein: „Wir wollen uns aktiv in den gesellschaftlichen Prozess einbringen und dafür sorgen, dass unsere Botschaft auch gehört wird.“

Jürgen Westerhoff