OLDENBURG - Seinen Beitrag begann Oldenburgs Oberbürgermeister Gerd Schwandner mit einem persönlichen Eindruck aus einer Reise nach Syrien. „Man muss genau hinschauen, unterscheiden und die Darstellung der Konflikte aus erster Hand erfahren“, sagte er. Islamistischer Extremismus war das Thema des Symposiums des Niedersächsischen Verfassungsschutzes am Mittwochabend im ehemaligen Landtag.
Schwandner warnte vor einer Vermischung der Begrifflichkeiten: „Das eine Prozent extremistischer Muslime darf nicht die restlichen 99 Prozent unter Generalverdacht stellen.“ Oldenburg arbeite aktiv an einer Toleranzkultur. Interreligiöse Gespräche sollten gefördert werden.
Zu den Ursachen für extremistische Strömungen, die nach Angaben von Verfassungsschutzpräsident Hans-Werner Wargel auch in Niedersachsen vorhanden sind, äußerte sich Moussa al-Hassan Diaw. Er lehrt islamische Religionspädagogik an der Uni Osnabrück: „Die Imame in den Moscheen erreichen viele Jugendliche nicht mehr, die zwischen zwei Welten ein Gefühl der Entfremdung erleben.“ Missionare der extremistischen Salafisten würden dann oft die fehlenden Antworten liefern.
Dies bestätigte der Soziologe Cemil Sahinöz. Die dritte und vierte Generation Türken in Deutschland werde von den Moscheen kaum noch erreicht, das Bedürfnis nach Religion breche sich dann andernorts Bahn. Extremisten zögen Jugendliche auf spiritueller Suche in ihren Bann.
