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NWZonline.de Region

So wird der Garten insektenfreundlich

07.03.2019

Oldenburger Land Seien wir doch mal ehrlich: Wer könnte nicht auf Wespen am Pflaumenkuchen, krabbelnde Ameisen im Haus und Stechmücken an lauschigen Sommerabenden verzichten?

Aber dass es nicht ganz so einfach ist, wird schnell klar. Ohne Insekten keine Befruchtung von Obstgehölzen und auch anderer Früchte in Garten, Landwirtschaft und Natur. Und unsere gefiederten Freunde brauchen besonders zur Aufzucht der Jungtiere eiweißreiches Futter: ohne Insekten keine Vogelwelt. Und auch Tierarten wie Igel, Spitzmaus, Eidechse, Frosch, Kröte und Fledermaus würden ohne Insekten verhungern.

Insekten im Garten bewusst fördern

Natürlich liegt der Rückgang der Insekten nicht hauptsächlich an der Gartengestaltung, aber gerade in diesen kleinen Grünoasen haben wir die Möglichkeit, diese Tierwelt bewusst zu fördern und einen insektenfreundlichen Garten anzulegen.

Machen Sie doch einmal den Selbsttest: Gehen Sie in Ihren Garten und schauen ihn sich durch die Augen von Insekten an: Wo finde ich Futter, wo Rückzug und Fortpflanzungsmöglichkeiten?

Dies sind insektenfreundliche Pflanzen und Sträucher

Wenn ich heute viele Gärten mit den derzeit beliebten Kirschlorbeerhecken, gepflegtem Rasen und einigen Koniferen und Rhododendronpflanzen sehe, oft auch schon Beete mit Kies- und Steinschüttung, dann ist dies eine lebensfeindliche Wüste nicht nur für Insekten.

Schon mit kleinen Veränderungen lässt sich viel erreichen. Lassen Sie den Rasen etwas länger wachsen und dulden Sie sogenannte Beikräuter. Schnell finden sich Gänseblümchen, Kleearten, Ehrenpreis, Braunelle, Habichts- und manch andere Kräuter ein und es entsteht eine kleine Blumenwiese, in der es summt und brummt.

Eine „kleine Pflanzenkunde“ mit drei Listen von besonders insektenfreundlichen Pflanzen finden Sie hier.

Integrieren Sie in Ihrem Garten Blumen von Frühjahr bis Spätherbst, vom Krokus bis zu Herbstastern. Achten Sie auf ungefüllte Sorten; bei gefüllten Sorten wurden auf Kosten von Fruchtknoten und Staubgefäßen Blütenblätter gezüchtet. Mit Ein- und Zweijahresblumen, Stauden und Zwiebelpflanzen lässt sich ein dauernder Blütenflor schaffen, der jeden Garten nicht nur schöner, sondern auch für Insekten attraktiv macht. Über Winter bleiben Blumen und Stauden stehen. Die Samen werden von Vögeln gesucht, und Insekten nutzen die markhaltigen Stängel als Winterquartier.

Insekten lieben Laub, totes Holz und Steinhaufen

Haben Sie ein paar Beete für Gemüse und Kräuter, pflanzen Sie Ringelblumen, Borretsch und Dill dazwischen. Einmal im Garten, kommen sie immer wieder, wo sie stören, kann man sie rausziehen. So wird auch der Nutzgarten insektenfreundlich.

So wichtig wie Ordnung und Sauberkeit im Haus sind – im Garten gelten andere Regeln: außer auf Wegen und auf dem Rasen darf Laub liegen bleiben. Diese Streuschicht ist ein Eldorado für Insekten; hier finden sie Nahrung und Schutz. Totes Holz ist ein wichtiger Lebensraum für Insekten, legen Sie Totholzhaufen und Reisighecken und zum Herbst Laubhaufen an; auch Steinhaufen und Trockenmauern sind wertvolle Biotope.

Kein Gift im Garten – den Insekten zuliebe

Verzichten Sie auf Pestizide, heutzutage gibt es im biologischen Pflanzenschutz für Mensch und viele Tiere ungiftige Mittel, die trotzdem gut wirken.

Nicht jede Laus ist ein Problem: Marienkäfer, Flor- und Schwebfliegen leben von ihnen, und auch Vögel reduzieren diese Population.

Bei Neuanpflanzungen von Gehölzen ziehen Sie heimische Arten vor. Von ihnen können bis zu 400 Insektenarten pro Art leben, von hier nicht heimischen Arten nur ein oder zwei. Berberitze, Eberesche, Faulbaum, Geißblatt, Ginster, Holunder, Holzapfel, Wildrosen, kleinere Weiden, und Weißdorn sind ideal für die Vielfalt und passen auch in kleinere Gärten.

Legen Sie keine gleichförmigen Hecken mit immergrünen Gehölzen an; der Garten sieht dann ganzjährig gleich monoton aus. Mit sommergrünen Gehölzinseln, Gartenelementen und einzelnen Immergrünen lässt sich der Garten auch gut einfrieden, ist für Insekten attraktiver und sieht zudem schöner aus.

Wildkräuter bieten Platz für Eier von Schmetterlingen

Schmetterlinge sind seltener geworden. Sie suchen gern Blüten auf, legen ihre Eier aber häufig an Wildkräutern ab. Eine kleine Fläche im Garten könnte sich selbst überlassen werden. Hier stellen sich bald Raupenfutterpflanzen ein: Ampfer, Brennnessel, Brombeere, Disteln, Habichtskraut, Himbeere, Hopfen, Labkraut sowie Spitz- und Breitwegerich.

Teiche sind mit Abstand die beliebtesten Gestaltungselemente unserer Gärten. Mit der Fertigstellung eines Teiches beginnt ziemlich schnell ein vielfältiges Leben: Libellen gehen auf Insektenfang, Vögel und Insekten nutzen das Wasser als Tränke, und bald quakt der erste Frosch. Und wenn Sie nach ein paar kleinen Änderungen dann in den Garten gehen und sich diesen aus dem Blickwinkel der Insekten anschauen, können Sie zufrieden schmunzeln: Mein Garten ist ein wichtiger Lebensraum für Insekten.

Lesen Sie auch:Gemeinsam gegen das Insektensterben: Teilen Sie uns mit, wo Sie Flächen insektenfreundlich gestaltet haben.

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