Oldenburger Land - Zugausfälle hatte es bei der Nordwestbahn in der vergangenen Zeit reichlich gegeben – sehr zum Ärger von Pendlern und Reisenden. Erst am Dienstag vergangene Woche war es zu 25 Zugausfällen gekommen, am Mittwoch kamen weitere hinzu.

Der Landtagsabgeordnete Björn Thümler (CDU, Berne) hat nun eine Anfrage an die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) gestellt. Die LNVG bestellt und bezahlt die Zugverbindungen bei Anbietern – wie auch bei der Nordwest Bahn.

In dem zweieinhalbseitigen Schreiben an Thümler formuliert LNVG-Geschäftsführerin Carmen Schwabl, die Zugausfallquoten im Weser-Ems-Netz und bei der Regio-S-Bahn hätten mittlerweile „ein nicht akzeptables Maß erreicht“. Deshalb sei die Nordwestbahn von der LNVG auch in persönlichen Gesprächen zu unverzüglichen Maßnahmen aufgefordert worden. Nicht- und Schlechtleistungen würden finanziell sanktioniert.

Die „massiven Leistungseinschränkungen infolge von Zugausfällen“ liegen nach Darstellung der LNVG in erster Linie daran, dass Triebfahrzeugführer fehlen. Mittelfristig erhofft sich die LNVG eine entspanntere Situation. Grund: Von der Behörde seien Ausbildungsquoten und Reserveschichten bei Lokführern vorgegeben sowie durch neue Tarifabschlüsse die Rahmenbedingungen für das Personal weiter verbessert worden. Erfreulich sei es – so Carmen Schwabl gegenüber Björn Thümler – dass sich alle im Schienenpersonennahverkehr in Niedersachsen tätigen Eisenbahnverkehrsunternehmen darauf verständigt hätten, mehr Personal auszubilden und keine Mitarbeiter von anderen Unternehmen abzuwerben.

BERUF Ausbilden statt abwerben Lokführer ausbilden statt abwerben

Sebastian Friedhoff
Im Nordwesten

Carmen Schwabl versicherte, die LNVG werde sich „mit Nachdruck dafür einsetzen, dass die Nordwestbahn den vertraglichen Pflichten zur vollständigen Erbringung des Verkehrsangebotes in Umfang und Qualität unverzüglich wieder nachkommt, um eine damit zusammenhängende negative Entwicklung des Fahrgastaufkommens zu vermeiden“.

„Wir müssen bei dem Thema am Ball beziehungsweise am Zug bleiben. Der anhaltende öffentliche und politische Druck auf die Nordwestbahn zum einen und die harte Hand der Landesnahverkehrsgesellschaft zum anderen werden das Unternehmen hoffentlich zu noch mehr Tempo und Ernsthaftigkeit bei der Problembeseitigung bringen“, betonte Thümler abschließend.