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Vorfall in Osnabrück Mitglieder der Jungen Union sollen Transperson beleidigt haben


Mehrere Mitglieder der Jungen Union sollen  nach der niedersächsischen Landtagswahl in Osnabrück eine transsexuelle Person beleidigt haben. Diese erstattete Anzeige.
dpa

Mehrere Mitglieder der Jungen Union sollen nach der niedersächsischen Landtagswahl in Osnabrück eine transsexuelle Person beleidigt haben. Diese erstattete Anzeige.

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Osnabrück - Mehrere Mitglieder der Jungen Union (JU) sollen am Sonntagabend nach der niedersächsischen Landtagswahl in Osnabrück eine transsexuelle Person beleidigt haben. Die betroffene Person habe wegen Beleidigung Anzeige erstattet, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch dem Evangelischen Pressedienst (epd). Der Staatsschutz ermittle noch gegen unbekannt. Die Männer sollen sich über die sexuelle Identität der Person lustig gemacht und sie „Schwuchtel“ genannt haben. Der Osnabrücker JU-Vorsitzende Florian Schwab zeigte sich „fassungslos und geschockt“.

Er habe die Beschuldigten aufgefordert, sich bei der Polizei zu melden und zur Klärung des Sachverhaltes beizutragen. „Wir stehen gegen jede Form von Trans- und Homofeindlichkeit“, sagte Schwab dem Evangelischen Pressedienst (epd). Nach seinen Erkenntnissen hätten ein oder zwei JU-Mitglieder aus einer Gruppe von Personen aus dem JU-Umfeld nach einer Wahlparty die Transfrau beleidigt. Zudem sei in der Gruppe offenbar die erste Strophe des Deutschland-Liedes angestimmt worden. Auch das schockiere ihn zutiefst. Das Singen dieser Strophe, die mit „Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt“ beginnt, ist nicht verboten, aber verpönt.

Innerparteiliche Konsequenzen

Er wolle alles dafür tun, dass der Vorfall möglichst schnell aufgeklärt werde, betonte Schwab. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, müssten die Täter auch mit innerparteilichen Konsequenzen rechnen. Die Partei stehe für christliche Werte, die diese offenbar nicht teilten: „Ich würde ihnen einen Austritt nahelegen.“

Laut Polizei haben sich am Mittwochmittag mehrere Beschuldigte bei der betroffenen Person gemeldet und um Entschuldigung gebeten. Es sei vereinbart worden, dass sie sich selbst der Polizei stellten. Dies sei bis zum Nachmittag allerdings noch nicht geschehen. Der Staatsschutz sei eingeschaltet worden, weil es sich um eine Beleidigung gegen die sexuelle Selbstbestimmung handele und zusätzlich ein unmittelbarer Bezug zur Landtagswahl bestehe, sagte der Sprecher. Zuerst hatte die „Neue Osnabrücker Zeitung“ über den Vorfall berichtet.

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