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NWZonline.de Region

So entsteht ein Kreuzfahrtschiff

05.02.2019

Papenburg Das Erste, das vielen beim Anblick des Areals der Papenburger Meyer Werft in den Sinn kommen dürfte, ist wohl der Begriff „riesig“. Denn hier ist wirklich alles eine Nummer größer, von den elf Hallen bis zu den Werkzeugen. An diesem kalten, aber trockenen Tag herrscht besonders viel Betrieb auf dem 55 Hektar großen Gelände im Industriegebiet Süd. Denn der Baustart des Luxusliners „Odyssey of the Seas“ für die Reederei Royal Caribbean International steht bevor. Gut gesichert mit Schutzbrille und Helm geht es ins Laserzen­trum der Meyer Werft.

Daten zur Meyer Werft

Die in Papenburg ansässige Meyer Werft GmbH & Co. KG wurde 1795 gegründet. Sie ist in siebter Generation im Familienbesitz. Geschäftsführer sind Bernard Meyer, Dr. Jan Meyer, Tim Meyer und Thomas Weigend.

Bekannt ist das Unternehmen vor allem durch den Bau großer, moderner und anspruchsvoller Kreuzfahrtschiffe. Ein Höhepunkt war die Ablieferung der mit verflüssigtem Erdgas (LNG) betriebenen Aida Nova im Dezember vergangenen Jahres. Gebaut werden nicht nur Kreuzfahrtschiffe, sondern unter anderem Gastanker, Forschungsschiffe sowie Auto- und Passagierfähren.

Das Unternehmen beschäftigt mehr als 3450 Menschen und bildet 250 Azubis in neun verschiedenen Berufen aus. Die aktuelle Auftragslage sichere die Beschäftigung bis 2023.

Mit dem Brennen der ersten Stahlplatte, dem sogenannten Brennstart, beginnt der Bau des zweiten Schiffes für die neue Quantum-Ultra-Klasse. Zahlreiche geladene Gäste – darunter viele Mitarbeiter und die Chefetage der Reederei Royal Caribbean International – lassen sich das Spektakel nicht entgehen. Demnächst wird die Kiellegung folgen, die Fertigstellung ist für Herbst 2020 geplant.

Die Maße des Luxusliners sind bereits auf dem Papier beeindruckend. Sie ähneln denen der „Spectrum of the Seas“, deren Fertigstellung kurz bevorsteht. Um einen Eindruck von der schieren Größe zu bekommen, geht es schnurstracks rüber in die Halle 6, in der der Koloss gerade fertiggestellt wird. Knapp 350 Meter ist die „Spectrum of the Seas“ lang und circa 75 Meter hoch. 4246 Gäste passen nach Angaben der Reederei bei Doppelbelegung an Bord, hinzu kommen noch 1551 Besatzungsmitglieder. Der Blick auf den Koloss ist schon beeindruckend. Bis fast an die Decke der Halle ragt der Luxusliner.

Überall laufen Mitarbeiter in Sicherheitskleidung herum. Die „Spectrum of the Seas“ liegt fest vertäut im Baudock 2, während sich schätzungsweise 3000 Mitarbeiter um die Fertigstellung kümmern. Im April soll der Luxusliner an den Kunden – ebenfalls die Reederei Royal Caribbean International – ausgeliefert werden. Je nach Baufortschritt variiert die Zahl der Mitarbeiter stark. Auch Partnerfirmen unterstützen bei der Fertigstellung der Schiffe. Überall liegen Werkzeuge und Materialien zum Verarbeiten, entlang der Gänge stehen Gerüste, Gabelstapler fahren durch die Halle, hier und da wird geschweißt und gesägt, an der Decke fährt ein riesiger Kran hin und her.

Der Stahlbau der „Spectrum of the Seas“ ist weit fortgeschritten. Auf den ersten Blick sieht der Koloss bereits fertig aus – doch das täuscht. Es sind noch einige Feinheiten zu erledigen. An Bord gibt es jede Menge Details.

Sehen Sie hier ein Video von der Besichtigung:

Je nach Markt werden entsprechende Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomie, Theater und andere Beschäftigungsmöglichkeiten für die Reisenden angeboten. Die „Spectrum of the Seas“ ist für den asiatischen Markt bestimmt, die „Odyssey of the ­Seas“­ soll von den Vereinigten Staaten von Amerika aus starten, Näheres ist noch nicht bekannt.

Gebaut wird nach dem sogenannten Blockprinzip, das lässt sich am besten als eine Mischung aus Lego und Puzzle­ beschreiben. Am Stahlbau und der Inneneinrichtung wird weitestgehend parallel gearbeitet. Der Brennstart für die „Spectrum of the Seas“ war am 15. August 2017, die Kiellegung einige Monate später. Noch liegt der Koloss auf Pallen. Das Dock hat einen Tiefgang von circa elf bis zwölf Metern. Die Schwimmtiefe soll bei etwa acht Metern liegen.

Die „Odyssey of the Seas“ ist das fünfte Schiff in Folge, welches bei der Meyer Werft in Deutschland in Auftrag gegeben wurde. Die ähnlichen Schwesterschiffe „Quantum of the Seas“, „Anthem of the Seas“ und „Ovation of the ­Seas“­­ ­ wurden im Herbst 2014, im Frühjahr 2015 und im Frühjahr 2016 an die Reederei abgeliefert. Die „Spectrum of the Seas“ folgt im April dieses Jahres.

Zum Auftragsvolumen gibt die Meyer Werft wie üblich keine Auskunft. Aus informierten Kreisen ist allerdings von einem Volumen für die „Spectrum of the Seas“ von 800 bis 900 Millionen Euro die Rede. Ähnlich dürfte es demnach bei der „Odyssey of the Seas“ sein.

Parallel wird an weiteren Projekten gearbeitet – unter anderem für die Reedereien Norwegian Cruise Line sowie P&O Cruises. Einige davon sind bereits in der Fertigung, an anderen werde noch am Computer gearbeitet.

Am Ende des Rundgangs sind zufriedene Gesichter zu sehen. Volle Auftragsbücher und intensive Gespräche über weitere Projekte machen Mut, dass die Lage positiv bleibt. Im April dürfte es an den Aussichtsplattformen wieder voll werden – wenn die „Spectrum of the Seas“ ausgedockt wird.


Eine Bilderstrecke unter   www.nwzonline.de/fotos-region 
Ein Video der Besichtigung unter   www.nwzonline.de/videos 
Sabrina Wendt Redakteurin / Wirtschaftsredaktion
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