Oldenburg - Tania Kambouri ist es leid. Mit ihrem Leserbrief an die „Deutsche Polizei“, die Zeitschrift der Gewerkschaft der Polizei, hat sich die Bochumer Polizistin jüngst Luft verschafft; wollte Klartext reden.

„Meine Kollegen und ich werden täglich mit straffälligen Migranten, darunter größtenteils Muslimen (Türken, Araber, Libanesen usw.) konfrontiert, welche nicht den geringsten Respekt vor der Polizei haben“, schrieb die in Polizistin mit griechischen Wurzeln. Täglich würden sie und ihre Kollegen auf der Straße beleidigt. „Meine deutschen Kollegen scheuen sich, ihre Meinung über die straffälligen Ausländer zu äußern, da sofort die alte Leier mit den Nazis anfängt“, so Kambouri.

Dietmar Schilff, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei Niedersachsen, bestätigte gegenüber dieser Zeitung, dass auch in Niedersachsen die Respektlosigkeit und die Gewalt gegenüber Polizisten zugenommen haben. „Ähnlich, wie Tania Kambouri es dargestellt hat“, sagt Schilff. Er spricht von Angriffen, Anpöbeleien und Spuckattacken. Erst kürzlich habe er mit der Bochumer Polizistin bei einer Podiumsdiskussion über die Probleme gesprochen.

Dass es auch in Niedersachsen vor allem straffällige Migranten sind, die keinen Respekt zeigen, kann Schilff dagegen nicht sagen. Auf die Frage hin, ob es als deutscher Polizist zu heikel sei, sich zu diesem Thema zu äußern, um nicht in die rechte Ecke abgestellt zu werden, sagt Schilff: „Ich denke, man muss Tatsachen ansprechen. Aber wir haben keine konkreten Zahlen im Bereich Migration.“

Bestätigen kann er allerdings den mangelnden Respekt von Migranten gegenüber seinen weiblichen Kolleginnen: „Frauen sind innerhalb der Polizei oft nicht so anerkannt.“ Es käme zu „unflätigen Äußerungen“. Auch Tania Kambouri hatte in ihrem Brief konstatiert, dass sie „als weibliche Migrantin mit den meisten Migranten mehr Probleme als (ihre) deutschen Kollegen“ habe.


Eine aktuelle Untersuchung des Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsens (KFN), sagt Schilff, beschäftige sich mit dem Thema Gewalt gegen die Polizei. „Es gibt bereits erste Befunde“, berichtet der Landesvorsitzende, „meistens kommt es im täglichen Dienst auf der Straße zu Attacken, nicht in Einsätzen.“ Die Gewerkschaft fordere aufgrund der Entwicklung, „dass die Innenminister sich einsetzen, Beleidigungen zu verfolgen“, betont Schilff. Denn auch Beleidigungen seien Gewalt; der Dienstherr müsse sich vor den Polizisten stellen.

Hier finden Sie mehr Informationen über die Gewerkschaft der Polizei sowie den Leserbrief von Tania Kambouri.