Können die in der Pandemie getragenen Masken Pollenallergikern zusätzlich helfen?

BadorrekMasken und insbesondere FFP2-Masken filtern auch Pollen zuverlässig aus der Einatemluft. Insofern sind FFP2-Masken der ideale Schutz für Allergiker, müssen dann aber auch im Freien konsequent getragen werden und helfen natürlich nicht gegen Augensymptome.

Haben eigentlich Menschen, die unter Heuschnupfen beziehungsweise Heuschnupfen mit allergischem Asthma leiden, ein erhöhtes Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf?

BadorrekHeuschnupfenpatienten sicher nicht, bei schweren Asthmatikern ist es nicht auszuschließen. Schwere Asthmatiker, die trotz Therapie in ihrer Erkrankung nicht kontrolliert sind, haben ein Problem mit einfach jedem Atemwegsinfekt und deshalb auch mit Covid-19.

Wie können Betroffene unterscheiden, ob Husten und Schnupfen etc. von einer Coronavirus-Infektion herrühren oder auf eine allergische Reaktion auf Pollen zurückzuführen sind?

BadorrekIn der Regel kennen Pollenallergiker ihre Saison und die allergischen Symptome, zu denen neben dem Fließschnupfen und eventuell trockenem Reizhusten auch Jucken der Augen, des Rachens und Gaumens sowie des Gehörgangs zählen. Wenn dann noch Antihistaminika und „Asthma-Sprays“ die Symptome schnell abklingen lassen, ist mit großer Wahrscheinlichkeit nicht von einem Infekt auszugehen. Wenn eine Pollenallergie neu auftritt, kann nur ein Arzt die richtige Diagnose stellen.

Befürchten Sie, dass die Covid-19-Impfung aufgrund möglicher Impf-Nebenwirkungen für Pollenallergiker eine besondere Belastung darstellt?

BadorrekNein.

Zur Person

Dr. med. Philipp Badorrek hat Medizin studiert, ist Facharzt für klinische Pharmakologie und leitet die Abteilung Klinische Atemwegsforschung am Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin ITEM in Hannover. Der 44-Jährige ist zudem diplomierter Kaufmann.

Sebastian Friedhoff