Goldenstedt - Auf einer Wiese in der Gemeinde Goldenstedt (Landkreis Vechta) campen in dieser Woche rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, um gemeinsam ein Zeichen gegen die Tierindustrie zu setzen. „Es sind verschiedene Bewegungen, die hier zusammenkommen. Einige kommen aus dem Bereich des Klimaschutzes, andere aus dem Tierrecht oder auch aus dem gewerkschaftlichen Bereich“, erklärt Friederike Schmitz vom Presseteam bei einem Rundgang durch das Camp am Montag.
Achtsamer Umgang
Bis Samstag wollen die Aktivistinnen und Aktivisten, die aus ganz Deutschland und vereinzelt auch aus anderen Ländern angereist sind oder noch anreisen, bleiben. Vor Ort soll eine Gesellschaft entstehen, die sich selbst verwaltet und für sich sorgt: „Wir sind sehr achtsam miteinander und sensibel für Diskriminierung. Alle erhalten Vollverpflegung und tragen sich freiwillig für Küchendienste und andere Aufgaben ein“, betont Franziska Klein vom Presseteam. Finanziert wird das Camp durch Spenden.
Zudem wird darauf geachtet, möglichst wenig Müll und Umweltverschmutzung zu verursachen: Geschirr wird von Hand gespült (Einweggeschirr gibt es nicht), die Stromversorgung erfolgt durch am Boden ausgelegte Solarplatten und gekocht wird ausschließlich vegan, mit regionalen Zutaten, bei denen nicht viel Verpackungsmüll anfällt.
Beispiele für „zivilen Ungehorsam
Doch allein bei dem Camp soll es nicht bleiben. Geplant sind auch Aktionen „zivilen Ungehorsams“. „Eine klassische Aktion zivilen Ungehorsams wäre beispielsweise eine Sitzblockade“, erklärt Klein. In der Vergangenheit habe es beispielsweise auch Blockaden von Schlachthöfen gegeben. Generell handele es sich um kleine, nicht angekündigte Aktionen. „Wir wollen ein deutliches Zeichen setzen, dass die Tierindustrie so nicht weitermachen kann“, betont Schmitz. Was in dieser Woche genau geplant ist, verrieten sie aber nicht.
Für den Fall, dass es Ärger mit der Polizei oder Klagen geben sollte, ist jedoch auch vorgesorgt: Dann können sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Hilfe beim Ermittlungsausschuss, auch Legal-Team genannt, holen. Dieses bietet auch Workshops in Vorbereitung auf mögliche Aktionen an.
Lösungen erarbeiten
Die Teilnehmer wollen jedoch nicht nur protestieren, sondern auch Lösungen aufzeigen, die gemeinsam in Workshops erarbeitet werden. „Unsere Vision ist eine pflanzenbasierte Landwirtschaft mit regionalen Produktionswegen. Wir wollen das kapitalistische Prinzip in der Landwirtschaft überwinden“, betont Klein. Schmitz ergänzt: „Denn die Gewinne werden auf Kosten der Tiere erwirtschaftet.“
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