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NWZonline.de Region

Respekt und Bedauern nach Rücktritt von Oldenburger Bischof

24.11.2017

Rastede /Oldenburg /Vechta Mit Überraschung, Bestürzung und Respekt hat die Synode der evangelischen Kirche im Oldenburger Land am Donnerstag den plötzlichen Rücktritt ihres Bischofs Jan Janssen zur Kenntnis genommen.

Der 54-jährige Theologe hatte am Tag zuvor gegenüber Synodenpräsidentin Sabine Blütchen offiziell seinen sofortigen Verzicht auf das Bischofsamt erklärt. Als offizielle Begründung teilte die Synodenpräsidentin mit, dass Janssen „die Verantwortung für die Weiterführung des Amtes nicht mehr tragen zu können glaubt“. Die Erklärung entspreche den Anforderungen des Kirchengesetzes zum Amt des Bischofs, sei unwiderruflich und mit sofortiger Wirkung in Kraft getreten.

Jan Janssen selbst kündigte vor der Synode, die derzeit in Rastede tagt, an, dass er künftig außerhalb der Oldenburgischen Kirche als Pfarrer arbeiten wolle. Da die letzte Entscheidung über die angestrebte Stelle noch nicht getroffen sei, könne er nicht mitteilen, um welche Aufgabe es sich handele. Grundsätzlich, so Janssen, könne „ein Wechsel zu neuen Kräften und Ideen für unsere Kirche nach vorn weisen“.

Er habe den Dienst im Bischofsamt mehr als neun Jahre mit viel Freude und aller Kraft gestaltet und sei gern bereit, die Amtsgeschäfte geordnet weiterzuführen, bis er diese im ersten Quartal 2018 in andere Hände übergeben könne. Der Gemeinsame Kirchenausschuss hatte Janssen zuvor gebeten, seine bisherigen Aufgaben vertretungsweise als Pfarrer bis Ende Januar 2018 weiter wahrzunehmen.

Anfang des Jahres soll eine außerordentliche Synode stattfinden, auf der die Einzelheiten für die Janssen-Nachfolge geregelt werden sollen. Angestrebt wird, dass das Bischofsamt innerhalb des kommenden Jahres neu besetzt wird.

Mit „großem Bedauern“ hat der katholische Weihbischof Wilfried Theising (Vechta) die Nachricht von Janssens Amtsverzicht aufgenommen. Seit seinem Amtsantritt im Januar dieses Jahres habe es einen kontinuierlichen und durchweg positiven Dialog gegeben, gerade auch angesichts des Reformationsgedenkens. Er habe Bischof Janssen dabei als klugen und menschenfreundlichen Theologen erlebt, der authentisch und glaubwürdig gewesen sei und dem „die Ökumene ein Herzensanliegen war“, erklärte Theising.