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NWZonline.de Region

Wohnung von „Migrantenschreck“-Kunde durchsucht

26.01.2017

Delmenhorst /Frankfurt Am Main Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat bundesweit 29 Wohnungen durchsuchen lassen, darunter drei in Niedersachsen: in Delmenhorst, Salzgitter und Hannover. Die Maßnahme galt Kunden eines mutmaßlich von Ungarn aus betriebenen Internetshops, in dem in Deutschland verbotene Waffen zum Kauf angeboten werden. Bei den Durchsuchungen in Niedersachsen wurden zwei Waffen sichergestellt. Nach NWZ -Recherchen soll es sich bei dem Portal um die Internetseite „Migrantenschreck“ handeln. Das wollte die Generalstaatsanwaltschaft nicht kommentieren.

Auf dem Portal werden Pistolen und Gewehre angeboten, die Hartgummikugeln mit tödlicher Wucht verschießen können. Die Waffen werden unverhohlen zum Einsatz gegen Flüchtlinge angeboten. „Wenn Sie sich nicht gefallen lassen wollen, dass Ihre Stadt zum gesetzlosen Tummelplatz von Asylforderern wird, wenn Sie Ihre Frauen schützen und Ihre Fußgängerzonen zugänglich halten wollen – dann handeln Sie jetzt! Halten Sie Ihr Viertel sauber“, heißt es etwa in der Beschreibung des Revolvers „Bautzen“.

Das Verfahren wegen unerlaubten Waffenbesitzes gegen den Delmenhorster soll von der Staatsanwaltschaft Oldenburg weitergeführt werden, sagt der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft.

Dem Vernehmen nach sollen zwei weitere Kunden des Portals aus der Region stammen. Ob weitere Razzien stattfinden, ist unklar. Von der Oldenburger Staatsanwaltschaft hieß es, dass man derzeit „keine entsprechenden Verfahren“ führe.

Die Käufer stammen laut Generalstaatsanwaltschaft aus allen Kreisen der Bevölkerung. Ein rechtsextremistischer Hintergrund sei bei einigen jedoch nicht auszuschließen.

Tobias Schwerdtfeger Leitung / Regionalredaktion
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