Im Nordwesten - Der entflohene Riesenseeadler, der im Kreis Cuxhaven und im Oldenburger Münsterland für Aufruhr sorgte, ist zurück in Belgien. Wie Buten un Binnen berichtet, wurde das Riesenseeadler-Weibchen in der Nähe seines Zuhauses Genk gesichtet – und zwar im 60 Kilometer entfernten Turnhout. „Zuletzt wurde der Adler vor fünf Tagen gesehen“, sagte Marcel Habetslaan. Er ist der Direktor des Kunstmuseums, aus dem der Adler entflohen ist.
In Cuxhaven und Oldenburger Münsterland
Der gesuchte Riesenseeadler sei 2004 im Museum für moderne Kunst „Labiomista“ geschlüpft und gehöre seitdem zur Anlage. Dort lebte er mit seinem Artgenossen in einer Voliere auf dem Gelände des Museums. Entkommen waren sie durch einen technischen Fehler des Käfigs. Das Männchen ist in der Nähe der niederländischen Stadt Utrecht gesichtet und eingefangen worden.
Das Weibchen zog seine Kreise über Niedersachsen. Mitte Juni wurde der Adler mit dem markanten gelben Schnabel und dem auffälligen schwarz-weißen Gefieder mehrfach im Cuxland und im Oldenburger Münsterland gesichtet. In der freien Wildbahn fängt ein Riesenseeadler überwiegend Beutetiere, die auch in seiner ursprünglichen Heimat Nordasien vorkommen. Im Landkreis Cuxhaven hatte der Riesenseeadler nicht nur Hühner gekrallt, sondern soll auch einen Storch getötet haben.
Hoffnung auf Hilfe aus der Bevölkerung
Trotz mehrfacher Sichtungen konnte der Adler nicht eingefangen werden. Das Museum steht noch immer in Kontakt mit den örtlichen Behörden und hofft auch auf Hilfe aus der Bevölkerung. Über die Homepage des Nabu Hadeln teilte das Museum einen Aufruf. Wer den Riesenseeadler sieht, sollte den Direktor des Museums, Marcel Habetslaan, kontaktieren. Der Weltnaturschutzunion zufolge gilt das Tier als vom Aussterben bedroht. Schätzungen zufolge gibt es weltweit nur noch rund 3600 bis 4600 Exemplare. Ein ausgewachsenes Tier kann bis zu neun Kilogramm auf die Waage bringen. Er hat eine Flügelspannweite von bis zu 2,8 Metern. Museumsdirektor Habetslaan hofft darauf, dass sein Adler im Laufe der Zeit schwächer wird. Ist dies der Fall und der Adler werde gesichtet, gebe es zwei Möglichkeiten: „Entweder können wir ihn so fangen oder wir setzen Beruhigungsmittel ein.“ Bis es so weit ist, braucht es laut dem Museumsdirektor vor allem eines: „Geduld“, so Habetslaan zu Buten un Binnen.
