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NWZonline.de Region

Sarrazin spricht bei der AfD vor

22.09.2014

Bad Iburg 74 Euro sind für den Abend zu berappen, als Speisen werden unter anderem Hirschkeule in Hagebuttensauce und Landschwein-Filet an einer Cognac-Rahmsauce angeboten. Begrüßung durch den niedersächsischen Landeschef der Alternative für Deutschland (AfD), Armin Paul Hampel, vielen Fernsehzuschauern noch als Südasienkorrespondent der ARD bekannt. Dann hat der Hauptgast das Wort. Ein prominenter SPD-Politiker, der bei der Parteispitze in Berlin in Ungnade gefallen ist.

Rund 50 Zuhörer hat Thilo Sarrazin an diesem Abend in Bad Iburg, einem kleinen Kurort in der Nähe von Osnabrück. Der im Plauderton vorgetragene Gedankengang des umstrittenen früheren Berliner Finanzsenators und Vorstandsmitglieds der Bundesbank findet freundlichen Applaus. Offiziell geht es um sein neues Buch „Der neue Tugendterror“. Aber der Auftritt bei der rechtskonservativen Partei sorgt in Berlin für Ärger. Generalsekretärin Yasmin Fahimi fordert ihn zum Parteiaustritt auf: „Die SPD kommt gut ohne ihn aus.“

Am Sonnabend waren 200 Delegierte zu einem kleinen Parteitag der SPD in Berlin geladen, der Erfolg der AfD in Ostdeutschland, in Sachsen und Thüringen lag die SPD mit jeweils 12,4 Prozent nur knapp vor der AfD, irritiert die Sozialdemokraten. Mit seinen Thesen zur Überfremdung in dem Buch „Deutschland schafft sich ab“ ist Sarrazin vielen AfD-Mitgliedern näher als SPD-Leuten.

Aber ist es der richtige Weg, wenn Fahimi die AfD pauschal als „braune Suppe“ diffamiert? Sarrazin sagt: Die AfD habe nur dann eine Zukunft, wenn sie sich nach rechts abgrenzt. „Aus meiner Sicht wird die Frage, ob die AfD dauerhaft eine Chance hat, auch an dieser Frage mitentschieden.“ Trotz der freundlichen Aufnahme beim AfD-Publikum sieht sich Sarrazin aber nach wie vor als SPD-Mitglied. „Wären wir auf einer FDP-Veranstaltung gewesen, hätte es da auch viele Berührungspunkte gegeben, bei einer CDU-Veranstaltung auch“, sagt der 69-Jährige.

2011 hatte die SPD gegen Sarrazin ein Parteiausschlussverfahren angestrengt, das aber eingestellt wurde. Auch jetzt sagt die Partei, dass ein Rauswurf kaum möglich sei – er müsse selbst gehen.

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