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Tausende Zuschauer Ausnahmezustand bei Schützenfest in Esens

Ein großes Publikum verfolgte auf dem Esenser Marktplatz die Aufstellung für den Festumzug. 1723 Teilnehmer zogen im Anschluss zum Festplatz.

Ein großes Publikum verfolgte auf dem Esenser Marktplatz die Aufstellung für den Festumzug. 1723 Teilnehmer zogen im Anschluss zum Festplatz.

Klaus Händel

Esens - Besser hätten die Voraussetzungen für die „fünfte Jahreszeit“ in Esens nicht sein können: Bei Kaiserwetter lockte das 446. Schützenfest, wohl das zweitgrößte dieser Art in Niedersachsen, bereits an den ersten Tagen Tausende von Besuchern in die Bärenstadt.

Das Thermometer zeigte am Sonntagmittag 30 Grad an. So erklärte Major Ottmar Dirksen, Vorsitzender der traditionsreichen Schützencompagnie Esens, dass die Schützen den Festumzug ohne Uniformjacke, Hut und Fliege absolvieren durften. Aber auch, dass aufgrund der an der Küste ungewohnten Hitze eine abgekürzte Marschroute mit Kurs Festplatz gewählt wurde, sorgte bei den Teilnehmern für Beifall.

Ausfälle wegen Hitze

„Manche Gruppen sind aufgrund der Temperaturen mit einer reduzierten Stärke angereist“, berichtete Oberleutnant Dr. Frank Lühring, der das Kommando hatte und die 1723 Umzugsteilnehmer vom Kommandostand – der Treppe des Anzeiger-Gebäudes – aus begrüßte. Alle befreundeten Gruppen, so Lühring, freuten sich, wieder ein Schützenfest ohne Einschränkungen feiern zu können.

Ökumenischer Gottesdienst: Superintendentin Eva Hadem schildert das Schützenfestfeeling wie es nur echte Esenser fühlen können. Sie verbindet Himmel und Erde.

SUPERINTENDENTIN EVA HADEM HÄLT VIELFACH GELOBTE PREDIGT UNTER DEN ARKADEN Esenser Schützenfest-Zeit ist „irgendwo zwischen Himmel und Erde“

Klaus Händel
Esens

Beim Festumzug jubelten die Zuschauer in der mit Fahnen und Blumenschmuck bunt dekorierten Innenstadt denn auch den Abteilungen aus Vereinen und Verbänden in den Samtgemeinden Esens und Holtriem sowie den zahlreichen Gruppen befreundeter Schützenvereine zu.

Polizist Holger Buss führte den Sonntagsfestumzug mit zahlreichen Spielmannszügen mit dem E-Bike an. Dahinter gab es jede Menge Blickfänge wie die Abordnung der Neuenrader Schützengesellschaft mit ihrem 200 Jahre alten Schellenbaum, die Schützengilde aus Wittmund mit ihren Hellebarden und die Werdumer Bimmelbahn Rasender Kalle, die der Namensgeber Karl-Heinz Ockenga selbst lenkte. Der Fanfarenzug der Freiwilligen Feuerwehr Esens war nach längerer Pause wieder präsent – und hörenswert wie eh und je. Und als Mitglieder der Feuerwehrmusikapelle Middels zu den Märschen ihrer Mitmusiker sangen, zückte mancher sein Handy. Zielpunkt war der Festplatz mit 104 Geschäften an einer 1450 Meter langen Verkaufsfront.

Auftakt nach Maß

Bereits am Freitag hatte das sonnige Wetter dazu beigetragen, dass besonders viele Kinder und Jugendliche das Angebot der Schausteller wahrnahmen, um die Fahrgeschäfte eine halbe Stunde lang kostenfrei zu nutzen. Der Seniorennachmittag erfuhr eine Rekordbeteiligung. Das Platzkonzert mit Fackelumzug und Großem Zapfenstreich geriet dann ausgesprochen stimmungsvoll.


Großen Beifall erhielt am Samstagnachmittag Elias Wolters, den Oberleutnant Frank Lühring zum neuen Jungschützenkönig proklamierte. Er hatte mit 10,4 Ringen unter sieben Zehnen das beste Ergebnis abgeliefert.

Detlef Kiesé
Detlef Kiesé Redaktion Wittmund
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