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NWZonline.de Region

Quälerei Bei Tiertransporten: Schweine 20 Stunden ohne Wasser in Laster eingesperrt

08.11.2014
NWZonline.de NWZonline 2015-07-21T19:37:29Z 280 158

Quälerei Bei Tiertransporten:
Schweine 20 Stunden ohne Wasser in Laster eingesperrt

Oldenburg/Diepholz/Cloppenburg Die Polizei Oldenburg hat am Donnerstag Tier- und Lebensmitteltransporte auf Autobahnen, Bundesstraßen und bekannten Zufahrtsstraßen zu den Schlachtbetrieben kontrolliert. Mit im Einsatz waren Mitarbeiter der Veterinärbehörden.

Bei 46 von 64 Transporter hatten die Beamten etwas zu beanstanden. Dies entspricht einer Quote von 72 Prozent. Im Bereich der tierrechtlichen Bestimmungen stellten die Kontrolleure fehlerhaft ausgefüllte Desinfektions- und Kontrollbücher, Missachtung der Stellflächengröße sowie Überladungen fest.

Im Bereich der Polizeiinspektion Diepholz wurde ein 53-jähriger Fahrer eines niederländischen Lastzuges, beladen mit circa 6800 Hühnern, kontrolliert. Er wollte in die Niederlande zu einem Schlachthof fahren. Bei der Kontrolle stellten die Polizisten fest, dass die Hühner mit nassem Gefieder verladen wurden und zudem eine Plane gegen den kühlen Fahrtwind nicht zugezogen worden war. Das verursacht unnötig Leiden bei den Tieren. Gegen den Fahrer und Verlader wurde noch vor Ort ein Verfahren eingeleitet. Die Fahrt konnte erst nach beheben der Mängel fortgesetzt werden.

Ebenfalls im Landkreis Diepholz kontrollierten die Beamten einen 30-jährigen Fahrer eines Zwölftonners, beladen mit elf Bullen. Er wollte die Tiere zu einem Schlachthof nach Bakum bringen und hatte es offensichtlich mit dem Gewicht nicht ganz genau genommen. So wurde eine Überladung um fast zwei Tonnen festgestellt. Zudem blieb den Tieren zu wenig Stellfläche auf dem Lkw und es erfolgte keine Trennung der Bullen in Gruppen. Das ist bei einer größeren Anzahl transportierter Tiere erforderlich, um zu vermeiden, dass bei einem Bremsmanöver die vorderen Tiere eingequetscht werden. Den Fahrer und Unternehmer erwartet jeweils ein empfindliches Bußgeld.

Im Bereich Cloppenburg wurde ein Lastzug beladen mit Mastschweinen vor einem Schlachthof kontrolliert. Zum Erstaunen der Beamten und des Veterinäramtes war das Fahrzeug bereits am Mittwoch dort, konnte aber aufgrund eines Betriebsunfalls die Tiere nicht abliefern. Doch anstatt sich eine Abladestelle zu suchen, beließ der Transportunternehmer die Tiere die Nacht über auf dem Laster. Die Schweine waren dadurch 20 Stunden ohne Wasserversorgung und mussten in ihrem Kot und Urin stehen. In Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt Cloppenburg wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Neben Lebendtiertransporten wurden auch Transporte mit tierischen Nebenprodukten kontrolliert. Im Bereich Vechta erwischte es einen 39-jährigen Fahrer eines Sattelzuges mit Hühnertrockenkot. Bei der Wägung des Fahrzeuges wurde eine massive Überladung von 4000 Kilogramm festgestellt. Bei der Überprüfung seiner Lenkzeiten wurde zudem ermittelt, dass der Brummifahrer viel zu lange am Steuer gesessen hatte. Abschließend hatte er sein Gefährt auch noch mit einer um 20 km/h zu hohen Geschwindigkeit geführt. Ihn erwartet ein empfindliches Bußgeld und die Weiterfahrt wurde ihm noch vor Ort untersagt.