Betrifft:
„Polit-Prominenz im Wahlkampf-Endspurt“ (NWZ vom 23. Januar)Die bewusste Falschinformationskampagne der neoliberalen Medien feiert in dem o. a. Artikel wieder mal Triumphe. Erstens ist es ein schwerer Faux-Pas, den notorischen Umfaller Jürgen Trittin aus der Schröder-Zeit in einem Artikel mit der überragenden Persönlichkeit Oskar Lafontaines zusammen zu schmeißen. Den oftmaligen frenetischen Beifall des Publikums mit „Bravo”- und Jubelrufen als „freundlich” zu bezeichnen ist eine glatte Lüge. Genauso wie „mit lauter Stimme und rotem Kopf wettert er gegen Hartz-IV-Gesetze...“.Lafontaine sprach ausgesprochen leise und mit völlig normaler Gesichtsfarbe, erklärte ruhig und mit gewohnter Kompetenz politische Zusammenhänge, wie es kein anderer kann. „Als der Saarländer noch einmal in den Saal winkt, drängen die Besucher schon zum Ausgang”, welche eine aus der Luft gegriffene Lüge. Die mit minutenlangen „standing ovations” dankenden Zuschauer, die „Zugabe” und ähnliches riefen, wollten ihn gar nicht entlassen, umringten ihn mit Autogramm- und Redewünschen.
Solch einen Quatsch, wie ihn dieser Artikel enthält, kann m. E. nur geschrieben werden, wenn der Journalist entweder unter Druck steht oder wirklich keinen Schimmer von Politik hat. Politische Information ist darin ja auch nicht zu finden, alles nur Unwichtigkeiten – und die auch noch frei ins Gegenteil verkehrt.
Ich frage mich wirklich, ob Ihre Journalisten jegliches Berufsethos in die Mülltonne geworfen haben.
Bernd HöpkenOldenburg
