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NWZonline.de Region

Senioren nehmen zu viele Medikamente

15.05.2017

Celle Bei der Versorgung älterer Menschen mit Medikamenten wollen sich Apotheker in Niedersachsen künftig intensiver mit Ärzten und Pflegekräften austauschen. Ein großes Problem ist, dass chronisch kranke Senioren oft zu viele Mittel einnehmen, deren Wirkstoffe sich nicht vertragen, sagte die Präsidentin der Apothekerkammer Niedersachsen, Magdalene Linz.

Experten diskutierten am Wochenende beim niedersächsischen Apothekertag in Celle darüber, wie die Medikamentengabe vor allem in Pflegeheimen besser aufeinander abgestimmt werden kann. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Patientenschutz schluckt bundesweit jeder vierte über 65-Jährige zu viele Medikamente. Laut Bundesgesundheitsministerium sind rund eine viertel Million Klinikeinweisungen jährlich auf vermeidbare Medikationsfehler zurückzuführen.

Einige Medikamente seien für Senioren ungeeignet, sagte Linz. „Sie verschlechtern das Reaktionsvermögen, beeinträchtigen die Sehfähigkeit und steigern damit das Sturzrisiko.“ Darüber hinaus wisse der Hausarzt manchmal gar nicht, welche Mittel seine Fachkollegen verschrieben hätten. „Einige Patienten kaufen selber noch Arzneimittel wie Johanniskraut, was gravierende Folgen haben kann.“ Dies gehe bis hin zu Todesfällen. Ein Innovationsfonds auf Bundesebene fördert ein Projekt, um die Übermedikation in den Griff zu bekommen.

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