[SPITZMARKE]BREMEN/RASTEDE -
Die Staatsanwaltschaft prüft die Vergabe von Gutachten in Millionenhöhe. Gesundheitssenatorin Karin Röpke (SPD) hat einen Sonderermittler eingesetzt.
BREMEN/RASTEDE/DPA - In der Bremer Klinikaffäre um die dubiose Vergabe von Gutachten in Millionenhöhe ist ein Ermittlungsverfahren gegen den beurlaubten Geschäftsführer Andreas Lindner eingeleitet worden. Grundlage des Verfahrens sei der Verdacht der Untreue, teilte der Bremer Senat am Freitag mit. Gesundheitssenatorin Karin Röpke (SPD) habe zudem ein Verfahren zur Abberufung und fristlosen Kündigung Lindners eingeleitet. Als Folge der Affäre im Klinikum Bremen-Ost war der Staatsrat Arnold Knigge zurückgetreten.Röpke hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen Lindner den ehemaligen Präsidenten des Bremer Finanzgerichtes, Professor Hans-Jürgen Ziemann, als externen Sonderermittler eingesetzt. Das Ermittlungsverfahren sei nun nach einer ersten Dokumentation Ziemanns eingeleitet worden. Röpke betonte, dass Ziemann seine Aufklärungsarbeit weiterhin weisungsungebunden durchführen werde und im September ein Abschlussbericht zu erwarten ist.
Bereits unmittelbar nach seiner Beurlaubung sei von Lindner eine Stellungnahme zu den Vorwürfen angefordert worden. Nach Bewertung der am Donnerstag eingegangenen Ausführungen sehe die Senatorin ein gravierendes Fehlverhalten in Bezug auf den Abschluss von Beraterverträgen sowie den Abschluss von Kooperationsverträgen mit der Siekertal-Klinik Betriebs GmbH als gegeben, teilte der Senat mit.
Diese Klinik war ebenfalls von der Affäre erschüttert worden. Nach Bekanntwerden wurde dort der Betrieb eingestellt. Auch das von der Siekertal-Klinik betriebene Neurologische Rehabilitationszentrum in Rastede (Kreis Ammerland) mit 27 Mitarbeitern wurde geschlossen. Dem Gesundheitsressort seien zudem Hinweise zugegangen, dass Lindner in der Vergangenheit bereits strafrechtlich in Erscheinung getreten sein soll, heißt es in der Mitteilung des Senats.
