[SPITZMARKE]HANNOVER/HITZACKER - HANNOVER/HITZACKER/DPA - Die Pegelstände an den niedersächsischen Flüssen werden in diesem Jahr ähnlich hoch erwartet wie zur Jahrhundertflut 2002. Da die Deichsicherheit extrem verstärkt wurde, könnten Überflutungen der Innenstädte, mit Ausnahme von Hitzacker, aber ausgeschlossen werden, teilte das Umweltministerium am Mittwoch in Hannover mit. Den Höchststand erwarten Experten Mitte kommender Woche. Die Hochwasser-Bedrohung könne insgesamt neun Tage dauern. 2002 war ein Pegelstand von 7,31 Metern gemessen worden.
Unterdessen haben Wissenschaftler und Umweltschützer Umweltminister Hans Heinrich Sander (FDP) Versagen beim Hochwasserschutz vorgeworfen. Die von ihm verfügte Abholzung ufernaher Weiden und Pappeln an der niedersächsischen Elbe sei als Maßnahme gegen künftige Elbefluten ungeeignet, sagte Frank Neuschulz von der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Stattdessen müssten neue Überflutungsflächen geschaffen, Deiche rückverlegt und die Kooperation der Bundesländer verbessert werden. Sander reagiere mit „Aktionismus“, anstatt geeignete Vorsorge zu treffen.
Am kommenden Montag oder Dienstag, 10. oder 11. April, wird der Hochwasserscheitel den Landkreis Lüchow-Dannenberg erreichen. 2002 waren bei rund 7,50 Meter 60 Prozent der historischen Stadtinsel Hitzackers überspült worden. Die Flut hatte Schäden in Höhe von 750 000 Euro angerichtet. „Sieben Meter können wir ohne größere Schäden verkraften“, sagt Bürgermeister Karl Guhl. Noch seien die Leute im Ort auch nicht panisch.
Sollte das Wasser dennoch höher als 6,90 Meter steigen, werden Flutopfer wieder großen Familieneinsatz benötigen, um ihre Möbel ins Obergeschoss zu tragen und auszulagern. „Damals hatten wir gerade renoviert und eine neue Küche eingebaut. Es war sehr stressig. Ich hoffe, dass der Kelch an uns vorübergeht“, erzählt die Einwohnerin Margarethe Schacht.
Derzeit liegen 17 000 Sandsäcke in Hitzacker an zwei Füllstationen für den Notfall bereit.
