Bramfeld - An diesem Sonntag, 15. Oktober, ist es so weit – das große Finale der NWZ-Fitnessaktion „Lauf geht’s“ findet in Oldenburg statt. Mehr als sechs Monate haben gut 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich für den großen Abschlusslauf, den Oldenburger Halbmarathon vorbereiten.
Einer von ihnen ist an diesem besonderen Tag leider verhindert: Stefan Ganse, zweifacher Familienvater aus Oldenburg und Parkinson-Patient. Damit sein ganzes Training nicht ohne gebührenden Abschluss bleibt, hat sich der 48-Jährige etwas ganz besonderes überlegt: Er nimmt am 32. Bramfelder Halbmarathon teil und sammelt Spenden für die Jugendbildungsstätte Theodor Wuppermann auf Juist (Jubi Juist).
Sport als Mittel
Als Stefan Ganse die Diagnose Parkinson bekam, war der Oldenburger erst 45. Entdeckt wurde die Krankheit 2020 bei ihm eher durch Zufall. „Ich kam mit Verdacht auf Schlaganfall ins Krankenhaus“, erinnert sich der Oldenburger. Aufgrund der Diagnose musste der damals 45-Jährige seinen Beruf als Linien- und Luftwaffenpilot und auch das Fliegen als privates Hobby sofort aufgeben.
Für viele kann das eine niederschmetternde Diagnose sein. Stefan Ganse hat sich jedoch für einen anderen Weg entschieden und kämpft mittels Sport gegen die Krankheit an. Trotz unheilbarer Krankheit wollte er an einem Halbmarathon teilnehmen. Als Vorbereitung nutze er die NWZ-Sportaktion „Lauf geht’s“.
21,0975 Kilometer geschafft: Stefan Ganse hält seine Urkunde in den Händen.
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Große Freude bei Stefan Ganse: Er hat den Halbmarathon geschafft.
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Glücklich im Ziel: Stefan Ganse mit Medaille beim 32. Bramfelder Halbmarathon.
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Starkes Team: Stefan Ganse (rechts) wurde beim Lauf von seinem guten Freund Torsten Brotke unterstützt.
PrivatFür den guten Zweck
Seinen ersten offiziellen Halbmarathon wollte der zweifache Familienvater nutzen, um auf Parkinson aufmerksam zu machen und Spenden für die Jugendbildungsstätte Theodor Wuppermann auf Juist (Jubi Juist) zu sammeln. „Ich wollte Spenden für eine Einrichtung sammeln, die mich in der Vergangenheit sehr im Kampf gegen Parkinson unterstützt hat und selbst im Jahr 2020 einige herbe Tiefschläge, darunter ein Großbrand, aushalten musste“, erklärt Stefan Ganse. Im Vorfeld des Laufs suchte Stefan Ganse Sponsoren, die pro Kilometer oder Runde einen bestimmten Betrag spendeten.
„Lauf gegen Parkinson“
Eine Heilung durch Bewegung kann bei der Parkinsonerkrankung nicht erreicht werden. Der Verlauf der Erkrankung kann aber positiv beeinflusst werden, sodass die Dinge des täglichen Lebens länger auch selbstständig verrichtet werden können. Durch den Spendenlauf hat Stefan Ganse 7223,66 Euro an Spenden einsammeln können und ganz nebenbei am eigenen Leib erfahren, wie hilfreich intensive sportliche Betätigung bei Parkinson sein kann.
7.223,66 Euro für den guten Zweck: Stefan Ganse (links) überreichte den Spendenschein an Jörg Bohn, Geschäftsführer der JuBi Juist (Mitte) und Iwona Jentsch (rechts). BILD: privat
