Oldenburg - Die Oldenburger Ratssitzung an diesem Montagabend (ab 18 Uhr im PFL) steht so sehr im Fokus wie lange nicht: Denn aller Voraussicht nach wird eine Mehrheit aus SPD, CDU, FDP/Volt, Linken und AfD gegen die Stimmen von Grünen und Piraten den Grundsatzbeschluss für den Neubau eines Fußballstadions an der Maastrichter Straße fassen. Das Millionenprojekt, von dem vor allem Drittligist VfB Oldenburg profitieren soll, wird in der Stadt nicht von allen befürwortet – und wird bereits vor dem ersten Spatenstich viel Geld kosten.
Das von der Stadt beauftragte Gutachterbüro hat Baukosten von 34 bis knapp 41 Millionen errechnet. Dazu kommt demnach ein jährlicher Fehlbetrag zwischen 930.000 und 2,5 Millionen Euro pro Jahr (inklusive Abschreibungen) – je nach Ligazugehörigkeit des Hauptmieters VfB, Zinsszenario und Zuschauerzahl.
Konkrete Zahlen
Ob das Stadion tatsächlich gebaut wird, soll voraussichtlich im Oktober endgültig vom Rat entschieden werden. Das Votum vom Montag bringt allerdings den Planungsprozess in Gang. Alle Fraktionen, die ihre Zustimmung zum jetzigen Grundsatzbeschluss angekündigt haben, wollen nach eigenen Angaben das Nutzungskonzept und das konkretere Zahlenwerk zur Grundlage ihrer Abstimmung im Herbst machen. Um dies vorlegen zu können, wird bereits nach der voraussichtlich positiven Ratsentscheidung am Montagabend viel Geld in das Stadionprojekt fließen.
So kalkuliert die Stadt eigenen Angaben zufolge für die Erstellung einer Vorentwurfs- und Entwurfsplanung für das Stadion mit insgesamt 504.000 Euro an Architektenkosten. Daneben sollen Maßnahmen zur Klimaneutralität untersucht und ein künftiges Nutzungs- und Betriebskonzept erstellt werden. Hierfür sind weitere 100.000 Euro eingeplant. Mit dem Einsatz zusätzlicher Fachplaner (etwa für Heizung, Anlagen, Elektronik) rechnet die Stadt nach eigenen Angaben in der Phase nicht bzw. geht davon aus, dass dies gegebenenfalls aus den veranschlagten Planungskosten bezahlt werden kann.
Bauleitverfahren
Neben den üblichen Verfahrenskosten zur Durchführung des Bauleitplanverfahrens (u.a. Flächennutzungsplanänderung, Bekanntmachungen, Luftbildauswertungen für Kampfmittel) in Höhe von rund 25.000 Euro entstehen laut Stadt weiterhin Kosten in Höhe von voraussichtlich 150.000 bis 200.000 Euro durch die Beauftragung eines Planungsbüros. Unterm Strich kostet der Stadionbeschluss also bis zu 830.000 Euro, ohne dass ein Stein bewegt wurde. Sollte sich die Politik im Herbst doch noch gegen einen Neubau entscheiden, wäre dieses Geld dennoch ausgegeben.
Für die Einrichtung einer Realisierungsgesellschaft ist übrigens ein Gründungskapital von mindestens 25.000 Euro einzubringen. Im Falle einer Auflösung der Gesellschaft würde das Geld allerdings zurückfließen. Dazu kommen Notar- und Amtsgebühren in Höhe von rund 1600 Euro, informiert die Verwaltung.
Wie die Debatte im Rat verläuft und wie die Entscheidung ausfällt, können Sie ab 18 Uhr verfolgen auf
