Emden - Eine gute und eine schlechte Nachricht für Kunden der Stadtwerke Emden (SWE): Der Strompreis wird im Januar kräftig angehoben und der Gaspreis gesenkt. Warum Stromkunden in allen Tarifangeboten mehr bezahlen müssen und Gaskunden weniger, das erklärte auf Nachfrage dieser Redaktion Stadtwerke-Geschäftsführer Jens Gieselmann.
Konservativer Einkauf
Grund für die Preisgestaltung beim Emder Energieversorger ist die Einkaufspolitik des Unternehmens. Die Stadtwerke kauften ihren Strom für 2024 nicht erst jetzt, sondern bereits in den 18 vergangenen Monaten ein. Und zwar immer in kleineren Mengen. „Wir gestalten das so konservativ, um möglichst unseren Kunden einen ausgeglichenen Preis anbieten zu können. Jetzt ist es leider für 2024 etwas höher, da die höheren Einkaufspreise in 2022 zu Buche schlagen. Ab 2025 wird es aber für die Kunden mit großer Wahrscheinlichkeit wieder günstiger“, erklärte Gieselmann.
Diese Art des Stromeinkaufs hätte den großen Vorteil, dass Preise für ein Jahr stabil bleiben und auch übergroße Schwankungen vermieden werden. Auf die vergangenen Jahre gerechnet, hätten SWE-Kunden von dieser Einkaufspolitik profitiert. Deshalb wird die konservative Variante auch von vielen Energieversorgern angewandt.
Im bundesweiten Vergleich ist der Preis bei den SWE für 2024 im Mittelfeld. Gieselmann: „Es ist auch immer schwer zu sagen, wie das bei anderen Anbietern aussieht. Einige – und davon bin ich überzeugt – werden im ersten Quartal 2024 die Preise ebenfalls erhöhen.“ Beim Grundversorgungstarif für Strom werden für SWE-Kunden ab Januar statt der bisherigen 39,94 Cent pro Kilowattstunde 45,47 Cent verlangt. Ein kräftiger Sprung. Beim Gas – auch hier wird konservativ eingekauft – sinkt der Preis pro Kilowattstunde in der Grundversorgung von 17,98 Cent auf 15,14 Cent.
Doch es gibt derzeit Angebote von Online-Anbietern, die weit unter den Emder Preisen liegen. Diese böten jedoch meistens nicht die Sicherheit und den Service, den SWE-Kunden bekommen. Gieselmann erinnert an die zahlreichen Billigstromanbieter, die seit 2019 Insolvenz anmelden mussten.
Kontrollierte Preise
Der Strom- und Gaspreis habe auch nichts mit den anderen Aktivitäten der Stadtwerke zu tun, betonte der Geschäftsführer. „Die Preise werden kontrolliert und müssen transparent sein.“ Kein Kunde müsse beispielsweise mehr für Strom bezahlen, damit die Friesentherme oder das Freibad betrieben werden können.
