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Bosbach hält Stoppelmarkt-Rede in Vechta „Wohlstand entsteht nicht durch Festkleben“

Hatte das Festzelt fest im Griff: Gastredner Wolfgang Bosbach

Hatte das Festzelt fest im Griff: Gastredner Wolfgang Bosbach

Sascha Stüber

Vechta - Nachdem SPD-Chef Lars Klingbeil als Stoppelmarkt-Festredner im vorigen Jahr – sagen wir mal – nicht so gut ankam, setzten die Organisatoren diesmal auf eine sichere Bank: Geladen zum traditionellen Montagsempfang war Wolfgang Bosbach: CDU-Politiker (mit politischem Heimvorteil), rheinische Frohnatur und bekannt dafür, kein Blatt vor den Mund zu nehmen.

Und Bosbach lieferte in Kühlings Niedersachsen-Halle vor Hunderten geladenen Gästen und vielen „Zaungästen“ ab. Mit ein paar Schenkelklopfern für die Festzelt-Stimmung, satirischen Blicken auf die aktuelle Lage und viel Selbstironie.

Er habe sich gefragt, warum man ihn als medienscheuen Politikvertreter und traditionellen Konservativen in den illustren Festredner-Reigen aufgenommen habe, sinnierte Bosbach auf der Bühne – um gleich selbst die Antwort zu geben: Wahrscheinlich als Gegenpart zu dem Travestiekünstler Ernie Reinhardt alias Lilo Wanders, der den Stoppelmarkt vorige Woche frivol eröffnet hatte.

Gute alte Zeiten

Bosbach erinnerte an „alte Zeiten“, in denen Kindern noch draußen spielten, in der Schule Lesen und Schreiben gelernt wurde und Telefone in Deutschland gebaut wurden. „Alles weg“, bedauerte er: Die Kinder sitzen heute vorm Computer, die neue Grammatik-Regel auf Facebook laute „Subjekt, Prädikat, Beleidigung“ und bei der Ingenieurskompetenz drohe das Ausland, Deutschland den Rang abzulaufen. „Unser wichtigster Rohstoff ist das Wissen“, so Bosbach. Und Wohlstand entstehe nicht durch Festkleben, sondern durch Anpacken.

Bilder vom Stoppelmarkt-Montag

Noch mehr Applaus gab es für seinen (sehr ernst gemeinten Appell) an die Politik, Vertrauen nicht an Parteigrenzen enden zu lassen. „Demokraten eint mehr als sie trennt“, betonte Bosbach und appellierte an das Publikum: „Sorgen Sie dafür, dass die Feinde der Demokratie keine Chance erhalten, unser Land ins Unglück zu stürzen.“

Kater als Begleiter

Zuvor hatte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil in seinem Grußwort zugegeben, dass der Stoppelmarkt seinen Bio-Rhythmus bestimme. Vechtas Bürgermeister Kristian Kater hatte dem Landesvater sogar unterstellt, er habe sich nur deshalb wieder zur Wahl gestellt, um weiter den Stoppelmarkt erleben zu können.


Der Bürgermeister bediente sich für seine Begrüßung ganz zeitgemäß künstlicher Intelligenz. Die von dem Chatbot ChatGPT geschriebene Rede warf einen bemerkenswert wahren Satz aus: Der Stoppelmarkt sei ein traditionelles Volksfest, bei dem der Kater häufiger Begleiter sei…

Das Volksfest auf dem Stoppelmarkt-Gelände in Vechta endet an diesem Dienstag, 15. August, mit einem Familientag von 13 bis 18 Uhr und einem Feuerwerk um 22 Uhr.

Ulrich Schönborn
Ulrich Schönborn Chefredaktion (Chefredakteur)
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