Hannover - Niedersachsen Jäger wollen an der umstrittenen Jagd im Nationalpark Wattenmeer festhalten. Dies sei auch aus Gründen der Deichsicherheit und des Küstenschutzes notwendig, wehrte sich die Landesjägerschaft am Mittwoch gegen Forderungen von Naturschützern. Neun Naturschutzorganisationen hatten zuvor ein sofortiges Ende der Vogeljagd im Wattenmeer gefordert.
Das länderübergreifende Wattenmeer ist von der Unesco zum Weltnaturerbe erklärt worden, es gilt als eine der weltweit wichtigsten Drehscheiben des Vogelzugs. Mehr als zehn Millionen Wat- und Wasservögel ziehen jährlich hindurch.
Nach Angaben der Landesjägerschaft darf nur auf weniger als fünf Prozent der Gesamtfläche des Nationalparks zeitlich begrenzt gejagt werden. Weitere Einschränkungen seien weder notwendig noch nachvollziehbar und daher abzulehnen.
In den Ruhezonen des Nationalparks Wattenmeer müsse wirklich Ruhe einkehren, verlangten dagegen die Naturschützer. In dem Gebiet würden immer noch Zugvögel bejagt, obwohl sich Niedersachsen zu deren Schutz verpflichtet habe. Eine Jagd sei gerade in der Phase des Vogelzugs eine schwerwiegende Störung, sagte Niedersachsens Nabu-Vorsitzender Holger Buschmann.
Nicht einmal die Inseln seien befriedete Gebiete, monierten die Verbände. Selbst in streng geschützten Arealen sei die Jagd zeitweise erlaubt und werde touristisch genutzt. Dabei würden Freizeitjäger Hunderte Zugvögel erschießen oder von abgerichteten Jagdfalken erlegen lassen. „Besonders kritisch sehen wir den Abschuss der Waldschnepfe, deren „Malerfedern“ und „Schnepfenbart“ als jagdliche Trophäe geschätzt werden“, kritisierte Bund-Landesgeschäftsführer Carl-Wilhelm Bodenstein-Dresler.
Jagdpachten sollten daher nicht verlängert werden, forderten die Naturschutzverbände. Die Jäger könnten sich aber stärker als Partner des Nationalparks einbringen und zum Schutz bedrohter Arten und Lebensräume mit der Nationalparkverwaltung abstimmen.
