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Streit um Küstenautobahn A 20-Gegner protestieren mit Radtour

Im Nordwesten - Die Diskussion um den geplanten Weiterbau der Autobahn 20 reißt nicht ab. Nach den Plänen des Bundes soll die A 20 von Westerstede aus durch das Ammerland, die Wesermarsch und durch den Wesertunnel bis nach Bad Segeberg in Schleswig-Holstein verlaufen und dort an den bereits bestehenden Teil der A 20 angeschlossen werden.

Eine Grafik zum Verlauf der A 20 in der Region finden Sie hier.

Gegner kritisieren vor allem den zusätzlichen Autoverkehr und die Zerstörung von Umwelt und Natur Anlässlich des bundesweiten Aktionstags zur klimagerechten Mobilitätswende starten Umweltverbände und Kritiker der geplanten Autobahn 20 am kommenden Samstag, 5. Juni, einen groß angelegten Protest. Entlang der rund 200 Kilometer langen Strecke von Westerstede bis Bad Segeberg wollen sich die Gegner der Küstenautobahn Gehör verschaffen. An der aufwendigen Planung beteiligt waren und sind der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND), Nabu, Koordinationskreis der Initiativen gegen die A 20, Fridays For Future und das Bündnis „Moor bleibt Moor“.

Sternfahrt in Region

Im Nordwesten ist eine Sternfahrt mit dem Fahrrad geplant. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer starten von verschiedenen Punkten der Region (siehe Grafik) und fahren gemeinsam zur zentralen Kundgebung mit umfangreichem Programm in Hahn-Lehmden im Ammerland. Ab 12.30 Uhr finden sich alle auf Gut Hahn ein. Für die Veranstaltungen wurde ein Hygienekonzept erarbeitet.

Eine Grafik zur Sternfahrt finden Sie hier.

Befürworter hoffen auf bessere Verbindung

Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr bezeichnet die A 20 dagegen als „wichtigen Baustein zur Erschließung des nordwestdeutschen Raumes“. Die IHK Oldenburg spricht zudem von einer besseren Hinterlandanbindung der deutschen Seehäfen an der Nordsee, wozu auch die Häfen in Wilhelmshaven, Bremerhaven, Cuxhaven und Emden zählen.


Die Befürworter erhoffen sich von der Trasse zudem eine Förderung der heimischen Wirtschaft, neue Arbeitsplätze und Entlastung für andere Strecken, beispielsweise die A 1.

Auch auf dem Marktplatz in Nordenham findet am Samstag eine Kundgebung statt. Die für 17 Uhr geplante Veranstaltung ist der Abschluss einer weiteren Fahrrad-Demonstration gegen die Autobahnprojekte A 20 und A 26 (bei Stade). Die Protest-Tour führt in zwei Etappen von der Elbe nach Nordenham. Die Teilnehmer wollen mit dem Rad durch den nur für Autos freigegebenen Wesertunnel fahren., Das wurde ihnen vom Landkreis Wesermarsch verboten. Dagegen wollen sie per Eilantrag klagen.

Exklusivbericht zu Kosten in der NWZ

Im April berichtete unsere Zeitung exklusiv über eine kleine Anfrage der Partei die Linke an die Bundesregierung. Ergebnis: Das Verkehrsministerium, geführt von Andreas Scheuer (CSU), sprach von einer Kostensteigerung der bisher genehmigten 4,2 Milliarden Euro auf 5,2 Milliarden Euro für den Abschnitt von Westerstede bis Bad Segeberg. Das sind 23 Prozent. Gegner gehen in ihren Schätzungen von 5,8 Milliarden Euro aus.

„Der Neubau der A 20 ist völlig aus der Zeit gefallen. Verkehrsminister Scheuer sollte lieber dafür sorgen, dass marode Straßen und Brücken schnell wieder instandgesetzt werden“, sagte dazu Amira Mohamed Ali, sie wohnt in Oldenburg und ist Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag.

Drei Argumente dafür – und drei dagegen

Für die A 20 sprechen:

Hafenwirtschaft: Die Seehäfen an Nord- und Ostsee werden besser angebunden.

Aufschwung: Entlang der Strecke könnten neue wirtschaftliche Möglichkeiten entstehen.

Tourismus: Die Tourismus-Standorte nahe der Küste sind besser erreichbar.

Gegen die A 20 sprechen:

Umweltschäden: Wälder, Felder und Moore in einer intakten Landschaft würden zerstört.

Lärm: In einem bisher ruhigen Gebiet würde eine massive Lärmentwicklung entstehen.

Kosten: Die Autobahn wird bereits jetzt teurer als genehmigt und könnte noch teurer werden.

Berichte der NWZ

Die NWZ hat in den vergangenen Jahren immer wieder über die A 20, die in dem Abschnitt zwischen Drochtersen und Westerstede ursprünglich als A 22 bezeichnet wurde, berichtet. Hier eine Auswahl vergangener Artikel:

28. Mai 2021: Protestcamp bleibt: „So einfach werden wir uns nicht vertreiben lassen“

27. Mai 2021: Leserbriefe zur A 20

20. Mai 2021: Leserbrief zur A 20

19. Mai 2021: Aufschwung für heimische Wirtschaft erhofft

8. Mai 2021: Oldenburg OB-Kandidat Fuhrhop hält Bau für „möglicherweise Verfassungswidrig“

15. Januar 2021: IHK kontert Kritik an den Kosten für die A 20

13. Januar 2021: Bau von Küstenautobahn könnte doppel so teuer werden

26. Mai 2020: A 20-Pläne überarbeitet – Einwände jetzt möglich

30. November 2019: A 20 verzögert sich um ein Jahr

21. August 2019: Darum verzögert sich der Bau der Küstenautobahn

14. März 2019: Archäologen auf der Autobahn

23. Februar 2019: Baubeginn für Küstenautobahn noch in diesem Jahr

27. November 2018: Bundesverwaltungsgericht: A 20-Planungen rechtswidrig

15. Juli 2018: Althusmann rechnet mit schnellem Baustart von A 20

8. November 2017: Pro und Contra zur A 20

Alle Artikel sind auch in einem NWZ-Spezial zusammengefasst.

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