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Studentenwerk zieht Bilanz So nachhaltig wird das Campusleben in Zukunft

Oldenburg/Im Nordwesten - Angst um den Aushilfsjob, kein Geld für die Ein-Zimmer-Wohnung, Prüfungen oder Kurse ausgefallen, das Studium verzögert sich, Berufspläne sind vorerst auf Eis gelegt: Gerade Studenten blicken auf ein problematisches Jahr zurück. Da ist es in Corona-Zeiten hilfreich, eine Einrichtung auf dem Campus um Rat fragen zu können, die Hilfestellungen gibt – einfach, weil es ihr Job ist. Das Studentenwerk Oldenburg musste ebenfalls mit vielen Problemen klarkommen, dennoch machen die Zahlen aus dem Geschäftsbericht 2019/2020 Mut – für die jungen Erwachsenen, aber auch für die Uni.

Ein kleiner Überblick zu aktuellen Zahlen, Daten und Statistiken der Einrichtung.

Studenten

27 371 Studenten an drei Hochschulen hat die Einrichtung 2019/20 laut Zahlen des Studentenbeitragsaufkommens betreut. Einen Zuwachs der Betreuungen verzeichnete die Universität Oldenburg (von 15 803 auf 16 084), leichte Rückgänge weisen die Jade Hochschule (4398, -144) und die Hochschule Emden/Leer (4145, -23) auf. Damit setzt sich der Trend fort, dass gerade die Uni Oldenburg jedes Jahr mehr Studenten aufnimmt.

Mitarbeiter

307 Mitarbeiter sind derzeit beim Studentenwerk angestellt. Damit ist die Zahl im Vergleich zum vorangegangenen Jahr gleichgeblieben. 2016 hingegen waren es nur 295. Bemerkenswert: Obwohl die Personalkosten in diesen vier Jahren um fast eine Million Euro zugenommen haben, wurde der Semesterbeitrag der Studenten nicht teurer.

Von den 307 Mitarbeitern sind 146 in der Gastronomie beschäftigt, 84 in den Kitas, 25 zur Bearbeitung des BAföG, 17 in der Geschäftsstelle. Zudem gibt es Personal in der Beratung, Verwaltung, Kultur, bei der Hilfe zum studentischen Wohnen sowie in der Bauverwaltung. 75 Prozent der Beschäftigten sind weiblich, lediglich 33 Prozent aller Mitarbeiter arbeiten in Vollzeit.

Wohnen

Das Studentenwerk Oldenburg bietet derzeit Studentenwohnungen in Wilhelmshaven, Elsfleth (Kreis Wesermarsch), Emden und Oldenburg an. Darunter sind unmöblierte, aber auch vollmöblierte Zimmer. Gleich zehn Wohnanlagen sind in Oldenburg vorhanden. Inklusive der aktuellsten Wohnanlage an der Alten Färberei, die 2020 bezugsfertig wurde, bietet das Studentenwerk mehr als 2200 Wohnplätze an. Die Mieten ergaben für 2019 einen Erlös von 5 531 579 Euro.


Mensa

Sechs Mensen betreibt das Studentenwerk an den drei Hochschulen. 2019 sind 1 349 443 Gerichte verkauft worden. Eingenommen wurden dadurch rund 4 007  000 Euro. Die Zahl wird 2020 wohl deutlich zurückgegangen sein, speziell aufgrund weniger Präsenzveranstaltungen während der Corona-Krise.

Weiterhin ein Aushängeschild sind die Mensen im Bereich „faire Kost“. 31 Prozent aller Produkte (Bruttowert) wurden 2019 regional gekauft. Drei Prozent wurden fair gehandelt, 66 kamen „woanders“ her. Bei der Anbaumethode kamen zehn Prozent aus artgerechtem Anbau/Produktion, 29 Prozent aus ökologischem Anbau/Produktion und 61 Prozent aus dem konventionellen Bereich. Im Februar startete die Mensa sogar den sogenannten „Veg me up“-Day – einen fleischfreien Tag im Monat. Nach der Schließung der Mensen im März wurde vieles getan, damit keine frischen Waren weggeworfen werden mussten. „Zum Glück konnten wir viele Bestellungen stornieren. Wenn möglich, haben wir Lebensmittel eingefroren oder an die Tafeln gespendet“, sagt Doris Senf, Abteilungsleiterin der Hochschulgastronomie.

Blick in die Zukunft

Drei Faktoren werden laut Ergebnissen einer Klausur des Vorstands im Studentenwerk in Zukunft besonders wichtig sein. Das sind die sich entwickelnde Hochschullandschaft, die Gewinnung von Fachkräften an der Uni und ein erhöhter Investitionsbedarf bei der Gebäudebewirtschaftung. In einem Papier mit dem Namen „Strategie 2025“ wird vom Vorstand das Ziel festgehalten, die Studenten der drei Hochschulen weiterhin „wirtschaftlich, gesundheitlich, sozial und kulturell zu fördern“. Auch um sich auf immer häufiger umweltfreundlich denkende Studenten einzustellen, sollen gleichzeitig Dienstleistungen vor allem „nachhaltig, ökologisch, sozial und zu vertretbaren Preisen“ bereitgestellt werden. Diese Eigenschaften sollen Grundlage für künftige Entscheidungen in dem Gremium sein.

Christoph Tapke-Jost
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