Groningen/Venlo/Mönchengladbach - Geht es nach der niederländischen Regierung, soll die Zahl ausländischer Studenten an niederländischen Hochschulen und Universitäten begrenzt werden. Der vermeintliche Grund dafür: Überfüllte Hörsäle und ein Mangel an Dozenten sowie Studienzimmern. Außerdem habe es Kritik daran gegeben, dass zu viel in Englisch unterrichtet würde statt in Niederländisch. Der Vorschlag sorgt nun insbesondere in der deutsch-niederländischen Grenzregion für harsche Kritik.

An der Universität in Groningen waren im Oktober 2022 (aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor) insgesamt 37. 000 Studenten eingeschrieben. 9925 davon waren internationale Studenten, ein Viertel davon aus Nicht-EU-Ländern, teilte Elies Wempe-Kouwenhoven vom Pressebüro der Uni Groningen auf Nachfrage unserer Redaktion mit. Vor allem Deutsche nutzten das Angebot stark.

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Die Verantwortlichen der Uni Groningen sehen den Vorschlag aus Den Haag kritisch. Denn im Gegensatz zu Amsterdam oder Rotterdam seien die Voraussetzungen und Gegebenheiten in Groningen andere. „In Groningen ist die Aufnahme internationaler Studenten auch weniger eine Folge der Internationalisierung, sondern hat Tradition. Das gibt es hier seit rund 400 Jahren, das ist Teil unserer Identität“, sagte Wempe-Kouwenhoven. Entsprechend sei die Frage der Uni Groningen an die Regierung klar: „Welchen Plan gibt es für uns?“

Die grenzüberschreitende Euregio Rhein-Maas-Nord rief den niederländischen Bildungsminister Robbert Dijkgraaf dazu auf, seine Pläne zu überdenken und sich das Studieren ohne Grenzen vor Ort anzuschauen, berichtete die Zeitung „De Limburger“. Die Region fürchtet unter anderem negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt.


Zur Wohnraumproblematik teilte die Euroregio mit, dass Deutsche, die in niederländischen Grenzstädten studierten, teils in nahe gelegenen deutschen Orten wohnten und daher Niederländern keine Unterkünfte streitig machten.

Sabrina Wendt
Sabrina Wendt Thementeam Wirtschaft