TIMMEL - Die 10. Ostfriesische Fohlenauktion endete am Sonnabend im Reitsport-Touristik-Centrum in Timmel mit einem Rekordergebnis: Durchschnittlich 4113 Euro brachten die verkauften Fohlen. Das sind rund 1100 Euro mehr als im Jahr zuvor, als die schlechtesten Erlöse in der inzwischen zehnjährigen Auktionsgeschichte erzielt wurden und rund 700 Euro mehr als in den Jahren zuvor. 'Unsere Jubiläumsauktion ist die beste Auktion, geht man vom Durchschnittspreis der verkauften Fohlen aus', sagt Auktionsleiter Frerich de Riese, der gleichzeitig Chef der ausrichtenden Ostfriesischen Pferdevertriebsgesellschaft ist, eine Institution des Hannoveraner Pferdezuchtvereins Ostfriesland.
Doch es gibt einen Wermutstropfen: Nur 22 der insgesamt 43 vorgestellten Fohlen wechselten wirklich den Besitzer. Die 21 nicht verkauften Fohlen erhielten während der rund zweistündigen Auktion entweder kein Gebot oder wurden von den Ausstellern zurückgekauft, da ihnen die Gebote nach dem Startpreis von 1800 Euro nicht hoch genug waren. 'An dieser Quote, die in den letzten Jahren ähnlich schlecht war, müssen wir weiter arbeiten', sagt de Riese und fügt hinzu: 'Die Auktion zeigt, dass gute und besonders gute Fohlen viel Geld bringen.'
Teuerstes Fohlen war 'Don William', ein Hengstfohlen aus der Zucht und dem Besitz von Dr. Wilhelm B. Janssen aus Wittmund. Der 'De Niro'-Sohn aus der Staatsprämienstute 'Watermill Queen' wurde in einem spannenden Bieterduell von einem Käufer aus Nordrhein-Westfalen per Telefongebot ersteigert. Eine zweite Preisspitze war das Stutfohlen 'Chaccos Girl' aus der Zucht und dem Besitz von Rolf Eggerking aus Brinkum. Für 8000 Euro wurde sie von Paul Schockemöhle, dem ehemaligen Weltklasse- und Olympiareiter und heutigen Erfolgstrainer, Hengsthalter und Pferdezüchter ersteigert. Die Reitsportlegende war aus privaten Gründen selber nicht nach Timmel gekommen, hatte allerdings einen seiner Pferdeexperten geschickt, der für 4600 Euro auch gleich noch das Hengstfohlen 'Bushido' von 'Balou du Rouet' aus einer 'Contendro'-Staatsprämien-stute von Gert Janssen (Neuschoo) ersteigerte. Weitere Fohlen über dem Preisdurchschnitt waren mit 5000 Euro das 'Don Crusador'-Stutfohlen von Muteus Smidt (Emden), mit 5600 Euro das 'Bretton Woods'-Hengstfohlen von Rolf Eggerking (Brinkum), mit 4800 Euro das 'Stakkato'-Stutfohlen von Margret und Hermann Hassler (Hollen), mit 5200 Euro das 'Clinton I'-Stutfohlen von Heike Köhne-Wolfert (Großefehn), mit 4200 Euro das 'Viscount'-Stutfohlen von Gesa Coordes (Aurich) und mit 4200 Euro das 'Sir Donnerhall'-Stutfohlen von Eggerk Gronewold (Weener).
Auktionsleiter Frerich de Riese und Geschäftsführer Johann Weber ziehen ein positives Resümee, ohne dabei euphorisch zu werden. 'Neben den 22 verkauften Fohlen der Auktion haben wir von einem halben Dutzend nachträglichen Verkäufen auf der Stallgasse erfahren', sagt de Riese. Ob durch den Hammer des Auktionators Bernd Hickert oder per Handschlag auf der Stallgasse – es geht den Verantwortlichen um eine regionale Belebung des Pferdemarktes, bei der jedes verkaufte Fohlen zählt. Deswegen freute es Weber und de Riese besonders, dass in diesem Jahr fünf Fohlen auch innerhalb des Zuchtgebietes verkauft wurden. Er betont jedoch, dass die Krise des Pferdemarktes noch nicht überstanden ist, wie die Ergebnisse anderer Auktionen auch zeigen.
