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NWZonline.de Region

Eine Dose Surströmming? Na Mahlzeit...

19.06.2019

Unterwegs Der morgendliche Blick ins Roadbook verheißt nichts Gutes. Nicht nur, dass die Strecke bis nach Norwegen zurückgelegt werden muss, auch die Tagesaufgabe ist nicht so entspannt, wie der Beifahrertausch am Vortag. Das Wort Surströmming springt mir sofort ins Auge. Surströmming, das ist vergorener Fisch (Hering) in einer Dose. Eine schwedische Delikatesse.

Aber eigentlich bin ich noch zu müde, um mir wirklich vor Augen zu führen, was das bedeutet. Ich freue mich auf die Strecke, denke mehr über die Wegplanung, denn über die Aufgabe nach. Wir machen Frühstück (Kaffee), duschen, räumen den T4 wieder ein und machen uns auf den Weg.

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Erst verfahren wir uns ein wenig, mein Teamchef Claus Hock und ich waren beide noch nicht ganz in der Welt der Wachen. Die Nacht war kurz, aber nach einer kleinen Neuorientierung, waren wir auf dem richtigen Weg. Und der führte uns zunächst in einen Supermarkt. Fisch suchen - Tipp: Er ist im Kühlregal und nicht bei den Fischkonserven -, Fisch kaufen und immer noch denke ich nicht wirklich darüber nach, was auf uns zukommt.

Denn die Aufgabe an sich hat es schon in sich: Wir müssen die Dose Surströmming öffnen, ein Foto mit dem aktuellen Kilometerstand machen, die geöffnete Dose im Auto transportieren und nach 200 Kilometern ein weiteres Foto mit geöffneter Dose und Kilometerstand machen. Und hier beginnen die Probleme.

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Denn: Wie die Beschreibung vergorener Fisch schon sehr deutlich macht, erwartet einen beim Öffnen der Dose ein, nun, bestialischer Gestank. Obwohl, das ist ist so nicht ganz richtig. Setzt man den Dosenöffner an und durchbohrt das Metall des Konservendeckels, zischt es zunächst. Die Dose ist leicht ausgebeult, da die verpackten Heringe in ihrem Metallgefängnis weiter gären. Zudem habe ich beim Öffnen den Wind im Rücken.

Anders Claus, der die ganze Sache filmt. Und plötzlich aussieht, als hätte ihn Popeye persönlich einen Schlag in die Magengrube verpasst.

Anders als ich konnte er sich nicht vorbereiten. Ich habe Gummihandschuhe an, damit ich nichts von der öligen Flüssigkeit an meine Finger bekomme. Profis empfehlen, den Fisch unter Wasser zu öffnen. Blickt an in Claus’ Gesicht und hört seine Flüche ob des Gestanks, dann weiß man warum. Doch dann dreht sich der Wind und ich denke: an Dixi-Toiletten. Ungeleerte Dixi-Toiletten. Nach mehreren Tagen Festival, ungesundem Essen und Saufgelagen.

Schnell Foto gemacht und die Dose fest in einen Plastikbeutel verpackt und im Fußraum des Beifahrers gelagert. Da sitzt heute Claus. Und der ist wenig begeistert. Regelmäßig muss er das Fenster öffnen, aber immerhin muss er sich nicht übergeben. Die Befürchtung hatte ich nach seiner Reaktion beim Öffnen.

Die Fahrt an sich verläuft relativ unspektakulär und eigentlich wäre nach 200 Kilometern alles vorbei. Aber: Wir vom Team Dompfaff & Strandläufer haben uns eine eigene Zusatzaufgabe gestellt. Oder besser: Ich habe mir diese Aufgabe gestellt. Ich werde ein Stück des vergorenen Herings probieren.

Was habe ich mir da nur eingebrockt, denke ich, als ich die Dose in der einen und die Gabel in der anderen Hand halte. Aber: Aufgabe ist Aufgabe, ich versuche, ein möglichst kleines Stück Hering aus der Dose zu angeln und beiße zu.

Der Geschmack lässt sich am besten wie folgt beschreiben: Extrem salzig zunächst, dann wird es im Mund pelzig, sauer, vergoren. Was vorher nur der Geruchssinn registrierte, wird jetzt von den Geschmacksknospen bestätigt. Der ölige Film auf dem Heringsfleisch erinnert mich an ranziges Olivenöl, als der bissen langsam meine Speiseröhre herunter rutscht. Mein nächster Gedanke: Ich brauche was zu trinken und muss mir unbedingt die Zähne putzen - oder mir gleich eine neue Zunge besorgen.

Mein Fazit: Unter Delikatesse verstehe ich definitiv etwas anderes. Zwar war der Geschmack nicht ganz so schlimm, wie der Geruch befürchten ließ, aber dabei handelte es sich wirklich nur um Nuancen von Bäh!

Claus Arne Hock Redakteur / Online-Redaktion
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