Im Nordwesten - Ein Gewitter mit Starkregen und heftigen Böen hat im Nordwesten etliche Straßen überflutet, Bäume entwurzelt und den Zugverkehr unterbrochen. In der Gemeinde Ganderkesee (Landkreis Oldenburg) stürzte ein Baum in die Oberleitung der Bahnlinie Oldenburg – Bremen, so dass der Verkehr eingestellt werden musste. Auch die Verbindung nach Osnabrück war zeitweilig blockiert, wie die Bahn am Mittwoch mitteilte.
Eine Sprecherin zeigte sich jedoch optimistisch, dass die Schäden bis zum Donnerstag wieder behoben seien. Zwischen Berne und Bremen müssten Busse noch bis zum Donnerstagmorgen die Züge ersetzen, teilte die Nordwestbahn mit.
Die Feuerwehren in der Region meldeten mehr als 200 Einsätze, davon allein 120 in Bremen und 43 in Oldenburg. In Bremen wurde zwischenzeitlich der Ausnahmezustand ausgerufen. Verletzte habe es aber nicht gegeben, teilte die Polizei mit.
In Oldenburg drang Regenwasser durchs Dach ins Alte Rathaus ein und beschädigte den historischen Ratssaal. Mehrere Straßen mussten wegen Überflutung gesperrt werden. In Ganderkesee liefen eine Bahnunterführung und eine Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt voll Wasser.
Angesichts der zahlreichen, zum Teil heftigen Unwetter der vergangenen Tage bangen Niedersachsens Landwirte um ihre Getreideernte. „Die nächsten 14 Tage werden entscheidend sein“, sagte Ulrich Lehrke von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Während die Ernte der Gerste bereits im Gange sei, könne mit dem Einholen des Weizens voraussichtlich erst in zwei Wochen begonnen werden. Der Starkregen könne zu Ernteverlusten führen, weil die Ähren abgeknickt werden könnten und die Mähdrescher so ausgebremst würden. Zudem steige die Gefahr von Pilzinfektionen.
