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NWZonline.de Region Vechta Blaulicht

Mit neuem Scanner Krankheitserregern auf der Spur

22.03.2019

Damme Das Dammer Krankenhaus St. Elisabeth arbeitet als erstes Krankenhaus in der Region mit einem neuen Gerät, das die bakterielle Besiedlung von Wunden und Operations-Narben sichtbar machen kann.

Wundinfekte stellen ein großes Problem dar. Sie verzögern die Heilung und die Erholung der Patienten. Sie sind zudem nicht selten für die Patienten mit starken Schmerzen verbunden.

Das Gerät ist mit einer Kamera und einem speziellen Fluoreszenzlicht ausgestattet. Werden die Wunden damit beleuchtet, reflektieren die Zellenwände der Bakterien das Licht anders als die menschlichen Zellen. Wunden mit bakterieller Besiedlung zeigen sich unter dem Licht rot, während sich saubere Wunden grün darstellen.

„So können sogar einzelne Bakterienarten durch verschiedene Farbnuancen unterschieden werden“, erläutert Gustav Peters, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie (viszeral: die Eingeweide betreffend). „Um Bakterien in einer Wunde sicher nachweisen zu können, brauchten wir vorher einen Abstrich von der Wunde, der dann in einem mikrobiologischen Labor untersucht wurde“, berichtet Peters. Es dauere dann zwei Tage, bis das Ergebnis vorliege. Das sei nun vorbei. Mit der neuen Technik reiche ein Knopfdruck, um mit der Behandlung beginnen zu können.

Aus der neuen Technik ergeben sich noch weitere Vorteile. Großflächigere Wunden können quasi gescannt werden, um zu erkennen, ob noch Bakterien vorhanden sind. So kann auch das Ergebnis einer Wundreinigung überprüft und an den noch besiedelten Stellen der Wunde nachgearbeitet werden.

Da das Fluoreszenzlicht auch in geschlossene Hautschichten eindringt, ergibt sich ein weiteres Einsatzgebiet im chirurgischen Alltag. Oft haben Chirurgen es mit geschlossenen Operationswunden zu tun, bei denen sie nicht sicher sein können, ob sich darunter eine Infektion entwickelt. Oder der Patient zeigt Zeichen einer Entzündung, aber die Wunde sieht unauffällig aus.

„In diesen Fällen untersuchen wir jetzt unsere OP-Wunden mit der neuen Fluoreszenzlicht-Kamera“, so Peters. Auch hier schimmere ein möglicher Bakterienbefall unter der Haut rötlich, und der Infekt könne durch eine zielgenaue Eröffnung der Wunde behandelt werden.

„Mit dem neuen Gerät ist nun ein großer Schritt zur frühen Erkennung und damit auch zur frühzeitigen Behandlung von Wundinfektionen gemacht worden“, meinte Peters.

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