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NWZonline.de Region Vechta Blaulicht

Gerichtsprozess In Paderborn: Diebesbande stiehlt in Vechta teure BMW

27.05.2020

Vechta /Paderborn Autos klauen ist so schön einfach geworden: Professionelle Diebe setzen moderne Technik ein, verlängern ohne viel Mühe das Funksignal eines elektronischen Schlüssels – und ab mit dem Fahrzeug. Dass es einmal schief gegangen ist, hat im Juli 2018 die Polizei auf die Spur einer litauischen Bande geführt. Jetzt stehen drei der Männer, die auch in Vechta mehrere dicke BMW gestohlen haben sollen, in Paderborn vor Gericht.

Zwei Jahre lang sollen sie das östliche Nordrhein-Westfalen und südliche Niedersachsen unsicher gemacht und in diesen Regionen Pkw gestohlen haben. Unangefochtener Schwerpunkt der Taten ist Vechta. Der Wert der Fahrzeuge, die sie von November 2017 bis Ende November 2019 entwendet haben sollen, beträgt laut Anklage über 1,7 Millionen Euro, davon allein in Vechta 350 000 Euro. Die drei Litauer im Alter von 19 bis 44 Jahren, einer von ihnen mit Wohnsitz in Minden, sollen als Mitglieder einer Bande agiert und insgesamt 27 teure BMW gestohlen haben, indem sie das Schlüsselsignal für deren so genannte Keyless-Go-Entriegelungs- und Start- Elektronik überbrückten. So konnten die Autos einfach weggefahren werden.

Aber anders als in vielen Fällen fuhren die Diebe hier nicht bis nach Osteuropa, ohne den Motor abzustellen – die Autos sollen nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft samt und sonders auseinandergenommen und ihre Einzelteile verkauft worden sein. In einer Halle in Minden. „Operationsgebiet“ waren neben Vechta der Weserraum um Hameln, die Kreise Paderborn, Lippe und Herford.

Spuren in Paderborn

In Vechta verschwanden im November 2017 ein BMW X 4 und ein 3er BMW im Wert von zusammen 100 000 Euro, im März 2019 ein X 6 für 70 000 Euro und im Mai ein BMW 530i, der sage und schreibe 98 000 Euro wert war. Im September 2019 soll die Bande einen 740i im Wert von 80 000 Euro geklaut haben. Auch von ihnen fanden die Ermittler bei der Festnahme der Tatverdächtigen am 27. November 2019 in Minden nur noch ein paar Einzelteile.

Das war quasi das vorläufige Ende der Geschichte, die in Paderborn-Elsen im Juli 2018 begonnen hatte: Dort machte das Keyless-Go-System den Dieben einen Strich durch die Rechnung, als der Motor des BMW kurz nach dem Wegfahren ausging und das Auto ohne den Kontakt zum Funkschlüssel nicht mehr gestartet werden konnte. Der Wagen blieb zurück und mit ihm Spuren, die der Polizei den Weg zu einem Litauer zeigten – der 44-Jährige Angeklagte, der damals bereits wegen schweren Diebstahls vorbestraft war.

Die Ermittlungen der Paderborner Staatsanwaltschaft konzentrierten sich schließlich auf eine Halle in Minden, wo nach umfangreiche Observationen ein Sondereinsatzkommando der Polizei Mitglieder der Bande im November 2019 nach dem Diebstahl eines BMW X 6 in Löhne stellte. Auf frischer Tat, denn die Beamten hatten die Auto-Diebe verfolgt. In der Halle fanden die Ermittler neben dem „frisch“ gestohlenen X 6 einen noch kompletten, zwei Tage zuvor entwendeten 5er BMW sowie Einzelteile von Fahrzeugen aus 20 verschiedenen Diebstählen.

Die drei Litauer sitzen seither in Untersuchungshaft. Den drei Angeklagten sind nach Ansicht der Staatsanwaltschaft nicht die ganze Bande: Der 41-Jährige soll das Tatfahrzeug zum „Erreichen“ der Tatorte sowie einen Lkw bereitgehalten und zusammen mit bisher unbekannten Mittätern für die Zerlegung der gestohlenen BMW gesorgt haben.

44-Jähriger Haupttäter

Der 44-Jährige gilt als Haupttäter: Er soll mit ebenfalls Unbekannten die Diebstähle selbst ausgeführt haben, in zwei Fällen zusammen mit dem 19-Jährigen. Die 5. Große Strafkammer des Landgerichts Paderborn verhandelt als Jugendkammer, weil der jüngste der Angeklagten zum Tatzeitpunkt noch Jugendlicher war. Es sind insgesamt noch drei weitere Prozesstage bis Mitte Juli anberaumt.

Allerdings wurde schon beim Prozessauftakt am Dienstag geklärt, was den Angeklagten an Strafen blüht: Wenn sie sich zu Geständnissen durchringen, könnten es zwischen vier und fünf Jahre Haft werden – und maximal zwei Jahre auf Bewährung für den Jüngsten.

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