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NWZonline.de Region

Verkehrspsychologe über Rettungsgassen-Problem: „Hier spiegeln sich die Probleme der Gesellschaft“

14.06.2018

Frage: Herr Pirke, woran liegt es, dass es mit der Rettungsgasse scheinbar nur selten funktioniert?

Pirke : Ich denke, dass sich im Moment hier ein gesellschaftlicher Trend zu weniger Empathie und Solidarität abbildet. Egoismus spielt eine Rolle. Das Gleiche haben wir beim Gaffen. Es werden Regeln und Normen verletzt, es kommt aus verschiedenen Gründen zu unempathischen Verhaltensweisen. Es gibt nicht nur eine Ursache für Rettungsgassendelikte und die Ursache liegt nicht allein in der Situation. Die Situation, im Stau nicht voranzukommen, ist belastend. Menschen geraten in Stress, weil sie Termine nicht einhalten können oder ihre Freizeit verloren geht. Aber das sind allein keine Gründe, sich dann so zu verhalten. Die meisten Autofahrer belegen dies mit ihrem regeltreuen Verhalten.

Frage: Ist das ein neues Phänomen?

Pirke: Ich halte das für ein neues, beziehungsweise zunehmendes Phänomen. Es ist aber auch durch die Berichterstattung mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.

Frage: Was kann man dagegen tun?

Pirke : Eine Kombination aus Sanktionen und Hilfestellung wäre gut. Sanktionen sind eine Möglichkeit, darauf zu reagieren. Grundsätzlich benötigen diese Verkehrsteilnehmer Hilfestellung. Sie müssen aber erstmal erkennen, dass sie ihr Verhalten verändern müssen. Jemand, der sich unempathisch verhält, wird in der Regel nicht von sich aus auf die Idee kommen, verkehrspsychologische oder andere Hilfen in Anspruch zu nehmen. Dafür braucht es einen Anstoß.

Frage: Sind Sanktionen das Allheilmittel?

Pirke: Nein, wie eben gesagt – eine Kombination aus Sanktion und Hilfestellung wäre gut. Als Anstoß, etwas zu verändern, ist es gut, dass Rettungsgassen-Delikte seit 2017 höhere Bußgelder zur Folge haben, mit Punkten im Fahreignungsregister bedacht werden und zu Fahrverboten führen können. Mit Sanktionen allein ist aber keine ausreichende Veränderung zu erreichen. Verkehrspsychologische Maßnahmen, freiwillig oder besser noch als verpflichtende Auflage, müssten folgen.

Sabrina Wendt Redakteurin / Gesamtleitung Ostfriesland
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