Oldenburg - Eine mögliche Wendung im Fall des vermissten Jungen: Kurz vor Redaktionsschluss am Montagabend erklärte die Oldenburger Polizei, dass ein Spürhund in Wehnen in der Nähe der Karl-Jaspers-Klinik eine Spur des Jungen gefunden habe. Zahlreiche Einsatzkräfte der umliegenden Polizeiinspektionen suchten bis in die späten Abendstunden nach Joe. Bis Redaktionsschluss wurde er jedoch nicht gefunden.
Bereits seit vergangenem Freitag ist die Polizei nahezu ununterbrochen im Einsatz. Bisher konnte sie den acht Jahre alten Joe aus Oldenburg nicht finden. „Für uns hat es oberste Priorität, Joe zu finden“, sagte Polizeisprecher Stephan Klatte. Die Hoffnung, Joe könne sich über das Wochenende in gewerblichen Räumen versteckt haben, habe sich am Montagmorgen leider zerschlagen.
Nichts ausschließen
Joe ist etwa 150 cm groß, trägt schulterlange dunkle lockige Haare und ist vermutlich barfuß unterwegs. Über einem blauen T-Shirt mit weißer Aufschrift trägt er eine schwarze Weste. Zudem trägt er eine dunkle Hose.
Weil bekannt ist, dass sich der geistig beeinträchtigte Junge gerne und gut versteckt, waren die Beamten bisher davon ausgegangen, dass sich der Achtjährige versteckt haben könnte. „Wir können jedoch auch alle anderen Gründe für sein Verschwinden nicht ausschließen und ermitteln in alle Richtungen“, so Klatte.
Bereits am Wochenende waren die Einsatzkräfte mit Hubschraubern und Spürhunden unterwegs. Am Bahnhof konnte ein Hund die Spur des Jungen tatsächlich aufnehmen. „Die Spur hat sich allerdings verlaufen. Leider können wir nicht sagen, wie alt diese Spur war. Die Auswertung der Videoaufnahmen läuft, hat bisher jedoch nichts ergeben“, sagte der Sprecher auf Nachfrage.
Sonarboot sucht
Am Montagmorgen hatte die Polizei die Suche auf weitere Stadtteile ausgebreitet. Ein Hubschrauber der Polizei suchte unter anderem in Wehnen nach dem Jungen. Dort soll er gesehen worden sein. Vorerst fanden die Beamten dort jedoch nichts. Eine intensive Suchaktion fand zudem rund um das Elternhaus des Jungen im Stadtnorden statt. „Dort wurde bereits vor einigen Tagen gesucht. Da es sich um ein Objekt mit vielen versteckten Ecken handelt, haben wir uns dazu entschieden, erneut auf die Suche zu gehen“, so Klatte. Eine Suche, die jedoch erfolglos blieb.
Trotz aller Bemühungen sei die zeitliche Komponente ein besonders „brisanter Aspekt“ mit der sich die Polizei konfrontiert sieht. „Der Junge ist barfuß unterwegs und hat nichts zu Essen. Dass er vom Versteckspiel wieder auftaucht, wird immer unwahrscheinlicher “, so Klatte.
Am Montagnachmittag ließ die Wasserschutzpolizei dann ein Sonarboot ins Wasser des Flötenteichs und suchte das Gewässer nach dem Jungen ab.
Immer noch gehen bei der Polizei zahlreiche Hinweise ein. „Wir arbeiten jede noch so kleine Spur akribisch ab und lassen nichts unversucht“, sagte der Beamte. Die Einsatzkoordination werde dabei bei neuen Hinweisen und möglichen Spuren permanent angepasst und erweitert.
