[VORSPANN] - HANNOVER/DPA - Deutschland und Europa sind nach Meinung des ehemaligen Bundesumweltministers Klaus Töpfer (CDU) in der Pflicht, eine Vorreiterrolle im Klimaschutz einzunehmen. „Mit der Atmosphäre als freies Gut haben wir unseren Wohlstand finanziert“, sagte Töpfer während einer Vortragsrunde der CDU-Landtagsfraktion am Freitag in Hannover.
Das industrielle Wachstum der Industrienationen habe weltweit „zu einer Globalisierung der Nachteile und einer Regionalisierung der Vorteile“ geführt. Von den reichen Ländern sei nun in einem weitaus stärkeren Maße zu erwarten, den Gefahren des Klimawandels zu begegnen.
Laut Prof. Wolfgang Cramer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, der an der Runde ebenfalls teilnahm, fehlen beispielsweise viele marktwirtschaftlichen Anreize, um die Technik für erneuerbare Energien weiter zu entwickeln. Dem stimmte Töpfer zu: „Etwa 80 Prozent aller Subventionen im Energiebereich werden für die klassischen Energien genutzt.“ Der CDU-Politiker mahnte auch an, dass die Frage erlaubt seien müsse, wie sehr das Festhalten an der Kernenergie die Entwicklung alternativer Energien behindert hat. „Das Steinzeitalter ist nicht auf Grund eines Mangels an Steinen zu Ende gegangen. Und so wird auch das Erdölzeitalter nicht wegen eines Mangels an Erdöl zu Ende gehen“, sagte Töpfer.
Einen zuversichtlichen Ausblick gab der Präsident der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft, Prof. Hans-Joachim Weigel. So gefährde der Klimawandel zwar generell sowohl den Ertrag als auch die Qualität der Agrarprodukte. Höhere Kohlendioxid-Emissionen hätten aber auch einen Düngeeffekt und könnten so Ertrags steigernd wirken.
Töpfer plädierte auch dafür, den Kampf gegen den Klimawandel nicht nur der Politik zu überlassen: Es gelte zunehmend auch, sich immer öfter zu fragen, auf was jeder einzelne Bürger verzichten könne.
